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Zahnpflege von Geburt an

Erstellt 05.05.06, 10:42h

Auch kleine Zähne können schon große Probleme bereiten: Wie aus einer Studie hervorgeht sind in hohem Maße die Milchzähne der Sechs- bis Siebenjährigen kariesgefährdet.

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Spielerisch mit der Bürste umgehen - Kindern sollte rechtzeitig die Scheu vor dem Zähneputzen und die Angst vor dem Zahnarzt genommen werden.
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Spielerisch mit der Bürste umgehen - Kindern sollte rechtzeitig die Scheu vor dem Zähneputzen und die Angst vor dem Zahnarzt genommen werden.
Auch kleine Zähne können schon große Probleme bereiten: Ein kariesfreies Milchgebiss besitzen je nach Bundesland nur 35 bis 60 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen, wie aus einer Studie der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege hervorgeht. Ob ein Kind in diesem Alter zahngesund ist oder nicht, hängt dabei maßgeblich vom Verhalten der Eltern ab.

"Die Mundpflege ist ein Teil der Körperpflege und beginnt direkt nach der Geburt", erläutert Andrea Thumeyer, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Hessen in Frankfurt/Main. Sie ermutigt Eltern, ihren Babys regelmäßig in den Mund zu gucken und mit dem Finger zu tasten. So gewöhnt sich der Säugling von Anfang an daran, dass Mundpflege stattfindet. "Außerdem wird er genüsslich am Finger der Mama saugen." Gleichzeitig können die Eltern die Zahn-Entwicklung ihres Sprösslings gut verfolgen.

Sobald der erste Milchzahn da ist, heißt es: regelmäßig putzen. "Leider haben viele Eltern immer noch Bedenken, bereits im Alter von sechs bis acht Monaten eine Zahnbürste einzusetzen", beobachtet Prof. Almut Makuch von der Abteilung Kinderzahnheilkunde an der Universitätsklinik Leipzig. "Doch dies ist unbedingt notwendig. Mit einem Wattestäbchen oder einem Mulltuch lässt sich der Belag nicht richtig entfernen."

Kinderzahnbürsten gibt es in unterschiedlichen Größen für verschiedene Altersstufen. Zahnpasten mit Kaugummi- oder Himbeeraromen sind zwar bei den Sprösslingen beliebt, gewöhnen sie jedoch an süßen Geschmack und verleiten sie außerdem, mehr Pasta zu verwenden, als notwendig und sinnvoll ist. Ein neutrales, mildes Aroma ist deshalb geeigneter.

Das zweite Kriterium sind die Inhaltsstoffe. "Wichtig ist, dass der Fluoridgehalt maximal 500 ppm beträgt - deutlich weniger als in Erwachsenenzahnpasta also", erklärt Zahnärztin Thumeyer. "Bis etwa zum Schuleintritt können die Kleinen noch nicht kontrolliert Speichel und Zahncreme im Mund sammeln und dann ausspucken. Sie verschlucken relativ viel Pasta." Deshalb sollte auch vorsichtig dosiert werden. Häufig hilft dabei eine Markierung auf den Borsten.

Das Zähneputzen muss in Etappen erlernt werden - abhängig vom Entwicklungsstand des Kindes. "Ein Kind kann nur so gut Zähne putzen wie es malen kann", vergleicht Zahnärztin Thumeyer. Mit etwa 18 Monaten kann es beginnen, die Borsten auf den Zahnflächen hin- und herzuführen. Die kreisförmigen Putzbewegungen auf den Außenflächen kann es mit etwa viereinhalb Jahren ausführen, die Rollbewegungen vom Zahnfleisch über die Innenseiten der Zähne erst etwa mit der Einschulung.

"Häufig wird unterschätzt, welch immense feinmotorische Leistung das Zähneputzen ist", warnt die Leipziger Professorin Makuch. "Es wird relativ schnell dem Selbstlauf überlassen, so dass sich das Kind beispielsweise unbeachtet von den Eltern falsche Bewegungen angewöhnt." Mindestens bis zur Einschulung sollten Eltern jedes Zähneputzen kontrollieren und gründlich nachputzen. Zudem müssen sie die Zahnbürste ersetzen, sobald die Borsten strubbelig sind.

Mit praktisch-technischen Instruktionen ist es jedoch nicht getan. "Eine wesentliche Aufgabe der Eltern ist, das Zähneputzen zu ritualisieren: Es gehört zum Alltag wie das Händewaschen", erläutert die Gesundheitspädagogin Ingrid Müller-Barth aus Marbach am Neckar. Dabei sind sowohl Mutter als auch Vater wichtige Vorbildpersonen. "Sie können beispielsweise ihre Zähne parallel zum Kind vor dem Spiegel putzen. Das Kind lernt durch Nachahmen und hat gleichzeitig Spaß dabei", rät Prof. Makuch.

Auch der regelmäßige Gang zum Zahnarzt gehört dazu - am besten so früh wie möglich. "Schon ein Kleinstkind kann mit der Mutter zu einem Termin kommen, wenn bei ihr nur eine Untersuchung und keine Behandlung ansteht", empfiehlt Müller-Barth. Dabei darf es mal auf dem Behandlungsstuhl hoch und runter fahren. Der Arzt kann kurz in den Mund leuchten, die Sonde auf den Fingern und dann dem ersten Zahn kitzeln lassen.

Wichtig ist, dass Angst vor dem Zahnarzt gar nicht erst aufkommt. "Ich muss mit meinem Kind zum Zahnarzt gehen wie ich zum Spielplatz gehe", erläutert Müller-Barth. "Sätze wie "Du brauchst keine Angst zu haben" sind völlig kontraproduktiv." In Hessen zum Beispiel sorgen so genannte Patenschaftszahnärzte dafür, dass sich die Jüngsten wohl fühlen: Sie kommen in die Kindertagesstätte und laden Kindergruppen zur Erkundung ihrer Praxis ein. So werden auch Kinder erreicht, deren Eltern sich wenig kümmern.

Informationen:
www.kzbv.de
www.daj.de

Schon Babys können spielerisch "Zähne putzen"

Schon die Allerkleinsten können spielerisch mit dem Thema Zähneputzen vertraut gemacht werden. "Während es auf der Wickelkommode liegt, darf das Baby zum Beispiel auf einer eigenen Zahnbürste kauen, die nicht zum Putzen verwendet wird", schlägt Ingrid Müller-Barth vor, Gesundheitspädagogin aus Marbach am Neckar. So erkundet das Baby, wie sich der ungewohnte Gegenstand in der Mundhöhle anfühlt, wie er angefasst werden kann und sich bewegen lässt. "Außerdem empfindet ein zahnendes Kind diese Zahnfleischmassage als wohltuend."



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