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Bananen im Gericht

Erstellt 10.05.06, 08:57h, aktualisiert 10.10.06, 08:54h

Der als "Bananensprayer" bekannt gewordene Kölner Künstler Thomas Baumgärtel stellt seine Arbeiten im Oberlandesgericht Köln aus. Mit Gerichten hat Baumgärtel so seine Erfahrungen gemacht.

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Thomas Baumgärtel stellt "Krumme Dinger" im Gericht aus.
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Thomas Baumgärtel stellt "Krumme Dinger" im Gericht aus.
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"Banane am Kreuz"
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Baumgärtel im historischen Treppenhaus des Kölner Oberlandesgerichts
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Köln - Der als "Bananensprayer" bekannt gewordene Kölner Künstler Thomas Baumgärtel stellt ab Donnerstag seine Arbeiten erstmals in einem Gericht aus. Die Schau im historischen Treppenhaus des Oberlandesgerichts Köln bedeute für ihn als Künstler einen "Schritt in die Höhle des Löwen", sagte Baumgärtel.

Er war in den vergangenen 20 Jahren wiederholt wegen seiner an öffentlichen Gebäuden und Orten gesprayten Bananen mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. "Ich weiß nicht mehr, wie oft ich schon wegen Sachbeschädigung angezeigt worden bin", sagte Baumgärtel. Jedenfalls füllten die Strafanzeigen gegen ihn mittlerweile 20 Aktenordner. In München saß er sogar im Gefängnis, was Baumgärtel im Nachhinein "inspirierend" fand.

Vor diesem Hintergrund sei der Ausstellungstitel "Krumme Dinger" nicht nur mit Blick auf die Banane als Baumgärtels Hauptmotiv gewählt worden. Das Gericht sei ein idealer Art für seine Art von Kunst, bekannt der Maler, der auch als Mitglied zur Künstlergruppe "Könige der Herzen" für Aufsehen sorgte: "In einem Museum kann man als Künstler heute nicht mehr provozieren, da ist inzwischen alles erlaubt. Man muss in das wirklich pralle Leben gehen."

Das Treppenhaus im Oberlandesgericht sei "einer der schönsten Orte, an denen ich bislang ausgestellt habe", sagte Baumgärtel. Allerdings sei ihm dort das typische Sprayen der Banane verboten worden: "Aber ich muss erst mal sehen, ob ich mich daran halte."

Auf jeden Fall muss "viel mehr Kunst in die Gerichte kommen" forderte Baumgärtel. In der Kölner Schau werde er Skandale, Korruptionen, "unsere Bananenrepublik" sowie seine eigenen "krummen Dinger" thematisieren.

Der heute 46-Jährige betreibt seit 1983 die "Kultivierung von Bananenschalen". Vor zwanzig Jahren markierte er zum ersten Mal einen Kunstort mit einer gesprayten Banane. Seitdem befinden sich seine Graffitis an den Eingängen weltweit führender Kunstmuseen und Galerien. Insgesamt über 4000 Bananen-Graffitis hat Baumgärtel nach eigenen Schätzungen bislang gesprayt.

Die Kölner Ausstellung wird bis 23. Juni montags bis freitags von 9.00 Uhr bis 15.30 Uhr geöffnet sein. (ddp)



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