Erstellt 01.06.06, 09:48h, aktualisiert 01.06.06, 18:29h
Eigentlich sollten Vertreter des Bauamtes am Mittwoch eine Begehung der Häuser vornehmen. Jedoch wurde nur Einblick in eine der 260 Wohnungen gewährt. Die Zustände wurden dort insgesamt als äußerst unhygienisch eingestuft, die Wohnungen waren teilweise mit Fäkalien verunreinigt. An Wochenenden hausten hier zeitweise bis zu 100 Personen. Zudem wurden Wände eingerissen und Dächer abgedeckt.
Die Stadt bat die Polizei um Hilfe. Stadt-Sprecher Ulrich Höver sagte: "In den Wohnungen wurden ständig bauliche Veränderungen vorgenommen. Die Rettungswege waren mit Schrott und Unrat blockiert. Es sind auch mehrere Brände ausgebrochen."
Die Polizei Köln rückte mit rund 800 Kollegen aus NRW an und räumten das gesamte Viertel binnen weniger Stunden. Die Räumung fand weitgehend friedlich statt, die Personalien der 44 Personen wurden überprüft. Vier von ihnen wurden festgenommen, da bereits Haftbefehle wegen diverser Delikte gegen sie vorlagen. Unter den Besetzern war auch ein Jugendlicher, der als vermisst gemeldet wurde. Es wurden geringe Mengen an Drogen sowie ein gestohlenes Mobiltelefon gefunden.
Die Stadt will die Häuser im rechtsrheinischen Stadtteil Deutz bis Ende Juni abreißen, um das Areal baureif an künftige Investoren zu übergeben. Auf dem lukrativen Gelände zwischen ICE-Bahnhof und umgebauter Messe werde ein modernes Wirtschaftszentrum entstehen, das Interesse potenzieller Investoren sei groß. (eb, mit dpa)
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