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„Kippenberger - Der Film”:Testfall für seine Umwelt

Von JOHANNA DI BLASI, 15.06.06, 20:22h

Der 1966 geborene Filmemacher Jörg Kobel hat sich ins Dickicht der Erinnerungen, Standpunkte und Glorifikationen um den umstrittenen Künstler Martin Kippenberger hineingewagt.

„Hallöchen, hallöchen, hier spricht der Onkel“, tönt Kippenberger auf einem verwackelten Filmdokument. Der zu Lebzeiten heftig umstrittene Künstler war ein ständiges Testfallmanöver für seine Umwelt. Neun Jahre nach seinem frühen Tod ist er nichts Geringeres als eine ausgewachsene Mythenfigur.

Der 1966 geborene Filmemacher Jörg Kobel hat sich ins Dickicht der Erinnerungen, Standpunkte und Glorifikationen hineingewagt. In seinem Dokumentarfilm „Kippenberger - Der Film“ umreißt er die Spanne von den frühen wilden Jahren in Berlin bis zur Biennale in Venedig 2003. Dort war post mortem ein Lüftungsschacht von Kippenbergers weltumspannender U-Bahn „World Metro Net“ zu sehen.

Zum Teil sind unveröffentlichte Filmdokumente eingeflossen in Kobels Arbeit. Daneben kommen rund ein Dutzend Personen aus dem Kippenberger-Umfeld zu Wort, vom Pop-Theoretiker und „Spex“-Gründer Diedrich Diederichsen über den Theater- und Performancekünstler Christoph Schlingensief - einem heimlichen Bewunderer - bis zur Kölner Galeristin und Kippenberger-Freundin Gisela Capitain, die bei der Londoner und Düsseldorfer Retrospektive mitgewirkt hat.

Kobels liebevolles Porträt bringt uns den Menschen Kippenberger nahe, weniger den Künstler. Diesen kann man in der umfassenden Ausstellung kennen lernen, die bis September im Düsseldorfer K21 zu sehen ist. Am 8. Februar dieses Jahres eröffnete die Tate Modern in London die erste umfassende Retrospektive des weit gestreuten, provokant-ironischen Werkes des Künstlers.

Kinopremiere parallel zur Ausstellung „Martin Kippenberger“ im Düsseldorfer K21, am Sonntag, 11. Juni, 17.30 Uhr, Black Box , Düsseldorf. In Köln zeigt das Filmhaus in der Maybachstraße den Film.



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