Von JÖRK BÖHNK, 30.06.06, 07:16h
Eine Savannen-Landschaft mit Flusspferden, Antilopen und Krokodilen sowie „ein paar Vögelcher“ soll im Zoo entstehen. Afrika-Liebhaber und Zoodirektor Gunter Nogge erfüllt sich damit einen lang gehegten Traum, von dem auch sein Nachfolger Achim Winkler profitieren soll. Gestern stellte Nogge mit Kurator Theo Pagel das Zehn-Millionen-Projekt vor. Durch den Neubau erhöht sich natürlich die Attraktivität des Zoos - in ihren Dimensionen wird die neue Anlage dem Elefantenpark vergleichbar.
Im Jahre 2010, pünktlich zum 150. Geburtstag des Kölner Tiergartens, soll „Klein-Afrika“ mit einem 400 Quadratmeter messendem See und dem 2000 Quadratmeter großen und zentralen Gebäude fertig sein. Nogge schwärmt: „Es wird nach Berlin und Hannover das dritte Hippoaquarium in Deutschland - aber in einzigartiger Kombination.“
Die besteht darin, dass auf dem Gelände völlig verschiedene Tiere aus Afrika zusammen leben. Natürlich streng getrennt und mit Fluchtmöglichkeit für die Antilopen. Wenn es ihnen zu mulmig wird, können sie über ein Spezialgatter in ihr Gehege hüpfen - Krokodile und Hippos müssen dagegen ständig auf dem ihnen zugewiesenen Gelände bleiben.
Seit Nogge bei einer Afrika-Reise im Jahre 1976 einen gläsernen Ausstellungs-Turm in einer Flusslandschaft gesehen hat, ließ ihn der Gedanke für ein kleines „Afrika in Köln“ nicht los. Da „sein“ Zoo schwerpunktmäßig Tiere aus Afrika („das ist derzeit ein großes Thema“), Asien und Eurasien beherbergt und präsentiert, lag für ihn, Vertreter der Stadt und des Zoo-Fördervereins die Idee für ein Hippoaquarium nah. Noch befindet sich die Planung im Anfangsstadium, obwohl der Aufsichtsrat den Bau schon vor eineinhalb Jahren beschlossen hat. Die Finanzierung ist laut Nogge gesichert, u. a. durch Spenden der Förderer. Als Architekt ist Peter Rasbach aus Oberhausen ausgeguckt. Welche Unternehmen an dem Bau beteiligt werden, wird erst eine Ausschreibung klären.
Auch der Zeitpunkt des Baubeginns steht noch nicht fest, Nogge rechnet mit einer Bauzeit von maximal 18 Monaten. Das Areal liegt links vom Haupteingang - zum Teil hinter dem Zoo-Restaurant und auf dem derzeitigen Busparkplatz parallel zur Stammheimer Straße .
Die Nilkrokodile werden aus dem alten Aquarium ins künstliche Afrika umziehen. Die Kölner Exemplare sind 30 Jahre alt und laut Nogge ordentliche Brocken (sie können bis zu sechs Meter lang werden). Eine Kroko-Farm habe er jedoch nicht im Sinn, scherzte der Zoologe. Zu den Reptilien gesellen sich Flusspferde - ein Bulle und fünf weibliche Hippos - und drei Antilopen sowie Vögel und Fische.
Im Zentrum soll auch das denkmalgeschützte alte Elefantenhaus stehen, das mit seinem maurischen Stil gut zu der Umgebung passt. Nogge legt Wert darauf, dass auch für Klein-Afrika ein zoopädagogisches Konzept entwickelt wird - schließlich sollen die Besucher die Tiere in einer artgerechten Umgebung erleben.
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