Erstellt 10.07.06, 14:44h, aktualisiert 10.07.06, 16:42h
In der Debatte um die Flüchtlingsproblematik dürften die Ursachen nicht aus dem Auge verloren werden, betonten Redner in Rabat. Dazu zählten Armut, Unterentwicklung und die unsichere Lage in vielen Herkunftsländern. Dies treibe die Menschen dazu, für eine bessere Zukunft in Europa ihr Leben aufs Spiel zu setzen. So sind nach Schätzungen des mauretanischen Roten Halbmonds seit Ende 2005 mehr als 1300 Afrikaner bei dem Versuch ertrunken, an Bord von kleinen Holzbooten die Kanarischen Inseln zu erreichen. Entwicklungshilfe und Menschenrechtsfragen stehen daher auch auf der Tagesordnung der Konferenz.
"Wir wollen einerseits mittels einer Entwicklungspartnerschaft die Migrationsursachen bekämpfen. Andererseits wollen wir die Migration so zu steuern versuchen, dass sie für uns alle möglichst vorteilhaft verläuft und gleichzeitig negative Auswirkungen minimiert werden", sagte der deutsche Staatsminister für Europa, Günter Gloser. Zu der Konferenz hatten Spanien und Marokko nach dem Massenansturm tausender Armutsflüchtlinge auf die spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla im vergangenen Herbst aufgerufen. 14 Immigranten kamen damals ums Leben. Algerien als eines der Haupttransitländer blieb dem Treffen allerdings fern. Das Land beharrt darauf, das Thema müsse auf den üblichen Gipfeln zwischen der EU und der Afrikanischen Union behandelt werden. (dpa)
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