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Ein Flüchtlingslager zum Anfassen

Erstellt 13.07.06, 15:15h

Ein nachgebautes Flüchtlingslager ist seit Donnerstag auf dem Kölner Neumarkt zu erleben. Schirmherrin des Projektes ist die Schauspielerin Mariele Millowitsch, die selber ein Patenkind ins Burkina-Faso hat.

Millowitsch
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Mariele Millowitsch sitzt vor einem typischen Flüchtlingslager-Zelt der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen".
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Mariele Millowitsch sitzt vor einem typischen Flüchtlingslager-Zelt der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen".
Köln - Schauspielerin Mariele Millowitsch (51) hat in Köln ein "Flüchtlingslager zum Anfassen" der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen eröffnet. Die Ausstellung "Überleben auf der Flucht" zeige, unter welch schwierigen Bedingungen 35 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene weltweit leben müssten, sagte sie am Donnerstag vor Journalisten in Köln. "In Deutschland stehen wir täglich vor gefüllten Ladenregalen und drehen wie selbstverständlich den Wasserhahn auf", so Millowitsch. In der Schau sei zu sehen, wie Menschen in Krisengebieten jahrelang in Zelten, ohne Strom, mit wenig Wasser und Nahrung leben müssten.

Das nachgebaute Lager zeigt Unterkünfte aus Plastikplanen, Latrinen, eine Trinkwasserstation, ein Ernährungszentrum, ein Cholera-Behandlungszelt sowie selbst gebastelte Schuhe und Spielzeug. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen berichten von ihren Erfahrungen in Angola, Afghanistan, dem Kongo und Tschad. "Oft leben bis zu 100.000 Menschen in einem solchen Lager", sagte der Präsident der Hilfsorganisation, Stefan Krieger. Sie seien Willkür ausgesetzt und könnten nicht in die Heimat zurück.

Rauch von Feuer und Geruch im Cholerazelt

Nach Angaben des Chirurgen leisten 3.000 Mitarbeiter seiner Organisation in 80 Ländern Hilfe. Sie werden von 20.000 Einheimischen unterstützt. Sprecherin Stefanie Seib betonte, die Ausstellungsbesucher müssten sich zusätzlich den Rauch von Hunderten von Feuerstellen vorstellen, lange Menschenschlangen vor den Versorgungszelten, den Geruch im Cholerazelt und große Enge. Die Wanderausstellung war auch in Japan, Kanada und Italien zu sehen.

Hinweis: Das Flüchtlingslager ist bis 17. Juli in Köln zu sehen, danach in Erlangen und Dortmund. Es ist täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Ein virtueller Besuch ist unter "www.aerzte-ohne-grenzen.de" möglich. (kna)



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