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Rätselhaftes Verschwinden eines Bankiers

Von OLIVER MEILER, 20.07.06, 19:00h, aktualisiert 20.07.06, 19:33h

Von Gianmario Roveraro fehlt jede Spur. Der prominente Mailänder ist Mitglied des Opus Dei und in den Parmalat-Skandal verwickelt. In Italien brodelt die Gerüchteküche. Was bloß ist mit Roveraro passiert?

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Gianmario Roveraro
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Gianmario Roveraro
Rom - Keine der vielen wechselnden Thesen überzeugt. Italien rätselt über den Verbleib von Gianmario Roveraro, 70 Jahre alt, streng katholischer Mailänder Grossfinancier, einst Freund und Mitangeklagter des Parmalat-Pleitiers Calisto Tanzi. Seit dem 5. Juli ist Roveraro verschwunden.

Er war gegen 21 Uhr gerade auf dem Heimweg nach einer Veranstaltung des früheren Geheimbundes Opus Dei im Mailänder Stadtzentrum. Roveraro ist ein einflussreiches Mitglied der umstrittenen Organisation. Seit seinem Verschwinden meldet sich das Opus Dei denn auch außergewöhnlich oft in der Öffentlichkeit und beteuert, das Werk bete für „unseren Sohn“. Ein Zeuge soll Roveraro beim Verlassen der Mailänder U-Bahn-Station Pagano gesehen haben, hundert Meter von seinem Hauseingang entfernt. Dann war er plötzlich weg. Erst Tage später meldete er sich bei seiner Familie, sagte, es sei alles in Ordnung, er habe ein neues Geschäftsmandat in Österreich. Dann sein bislang letztes Lebenszeichen: ein handgeschriebenes Fax an seinen Treuhänder, abgeschickt in einem Businesscenter von Lugano. Darin bittet Roveraro um die Überweisung von einer Million Euro. Die Polizei ließ alle Konten und Güter der Familie sperren.

Eine Entführung? Es gab bisher keine Bekenner. Eine Verzweiflungsflucht Roveraros? Der Financier ist zwar in den Skandal um den Lebensmittelkonzern Parmalat verwickelt, doch er gilt als Mann, der Widrigkeiten standhält. Der Treuhänder des Opus Dei? Roveraro taucht namentlich immer wieder in den weit verzweigten Netzwerken auf. Der Fall erinnert an den rätselhaften Tod des „Bankiers Gottes“, Roberto Calvi, der 1982 erhängt unter der Blackfriars Bridge in London gefunden wurde. Roveraros Familie bittet nun um ein Aussetzen der Berichterstattung in der Hoffnung, eventuelle Entführer würden sich dann eher melden. Roveraros Frau bat auch das Opus Dei, in Zukunft etwas zurückhaltender zu informieren - über dessen illustren „Sohn“.



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