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Hansaring als Umschlagplatz?

Von TIM STINAUER, 04.08.06, 07:15h

Augenscheinlich ist der Platz, an dem die Kupferdiebe ihr Unwesen treiben, entdeckt worden. Ein Zeuge beobachtete mehrere Täter und informierte die Polizei. Die hat Ermittlungen aufgenommen.

Kupferdiebstahl
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Was aussieht wie eine Müllkippe, ist in Wahrheit vermutlich ein Umschlagplatz für gestohleens Kupfer.
Kupferdiebstahl
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Was aussieht wie eine Müllkippe, ist in Wahrheit vermutlich ein Umschlagplatz für gestohleens Kupfer.
Die bizarre Karawane setzt sich bei Einbruch der Dunkelheit in Bewegung. Mehrere Männer treten aus den Büschen eines Grünstreifens am Hansaring. Sie schieben leere Kinderwagen vor sich her und ziehen in Richtung Innenstadt. Irgendwann gegen Mitternacht kehrt die Gruppe zurück. Diesmal sind die Kinderwagen schwer beladen, Kupferkabel und anderes Metall schimmern unter den Laken hervor, mit denen die Gefährte abgedeckt sind. Stunden später, wenn über den Hansaring bereits der Berufsverkehr rollt, laden Männer die Metall-Gegenstände auf einen dunkelblauen VW-Bus. „Einmal habe ich gesehen, wie die Fahrerin des Transporters einem älteren Mann Geldscheine in die Hand gedrückt hat“, berichtet Dieter G. „Die Kabel in dem Auto haben sich bis zur Decke gestapelt.“

G. wohnt am Hansaring, der Metallschrott und die Kinderwagen auf dem Grünstreifen nerven ihn seit Wochen. „Ich habe längst der Stadt geschrieben und darum gebeten, dass der Schrott entsorgt wird, passiert ist bisher nichts“, klagt der Kölner. Lange konnte er sich keinen Reim auf seine Beobachtungen machen. Dann las er in der Zeitung, dass Kupfer und Metalle derzeit ein beliebtes Diebesgut in Köln sind. Die Täter rupfen Kupferkabel aus Bahngleisen, brechen auf Baustellen ein und stehlen Stahlträger und Altmetalle oder reißen Elektrokabel aus den Wänden. Einige Kupferdiebe konnte die Polizei festnehmen, die meisten aber sind entkommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter das Metall an Schrotthändler verhökern. Wegen der weltweiten Kupfer-Knappheit zahlt die Branche inzwischen bis zu 4,50 Euro pro Kilogramm.

Auch der Polizei teilte Dieter G. seine Beobachtungen kürzlich mit. Er erstattete Strafanzeige gegen unbekannt wegen Hehlerei und Diebstahls. Seitdem ermitteln die Beamten auch am Hansaring. Da der Grünstreifen nahe des S-Bahnhofs liegt, fällt das Gebiet in die Zuständigkeit der Bundespolizei. „Den älteren Mann, der das Geld in Empfang genommen hat, kenne ich vom Sehen“, sagt D. „Er wohnt in dem Asylbewerberheim am Hansaring. Da ist auch die nächtliche Truppe der Kinderwagen-Fahrer immer verschwunden.“ Auch diesen Verdacht hat Dieter G. der Polizei mitgeteilt.

Auch Mittwochabend standen in der Grünanlage wieder Kinderwagen und Mofa-Anhänger - beladen mit isolierten Elektrokabeln und Wellblech-Schrott und bedeckt mit Betttüchern und Laken. Zuletzt, berichtet ein Anwohner, habe er unter den Büschen Fensterbänke aus Aluminium entdeckt. Junge Männer hätten diese am Morgen in das Heim geschleppt.



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