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„Inhalte eindeutig am braunen Rand“

Von DETLEF SCHMALENBERG, 16.08.06, 07:15h

Die neue Schülerzeitung der rechtsextremen Bürgerbewegung "Pro Köln" ruft allseits Entrüstung hervor. Unternehmer, die in gutem Glauben Anzeigen gekauft hatten, distanzieren sich.

Eine neue Schülerzeitung, gemacht von Jugendlichen, die sich im Umfeld des Arbeitskreises Jugend der rechtsextremen Bürgerbewegung „Pro Köln“ bewegen, stößt auf herbe Kritik. Nachdem der „Kölner Stadt-Anzeiger“ von ausländerfeindlichen Tendenzen in dem Heft berichtet hatte, meldeten sich gestern Parteien und Jugendorganisationen zu Wort.

Die Zeitung mit dem Namen „Objektiv“ transportiere „Inhalte, die sich eindeutig am braunen Rand bewegen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der „Kölner Jungsozialisten“ und der „Jungen Union“. Beispielsweise wird in dem Heft in einer fiktiven Geschichte von einer jungen Deutschen berichtet, die nachts in einer U-Bahn-Station von einem Türken belästigt wird. Diesen „vor dummen Klischees strotzenden Blödsinn“ finde er „einfach nur widerlich“, empörte sich ein Kölner Unternehmen, der ohne zu wissen, mit wem er es zu tun hat, eine Anzeige in dem Blatt geschaltet hatte.

In einem anderen Bericht des Heftes wird bemängelt, dass man Dunkelhäutige aufgrund unkluger und gefährlicher „Political Correctness“ in der Öffentlichkeit als Afro-amerikaner bezeichnen müsse. „Damit soll Schülern auf subtile Weise braunes Gedankengut nahe gebracht werden“, betonte gestern ein Juso-Sprecher. Claus Ludwig von der Fraktion „Die Linke“ im Kölner Rat fügte hinzu: „Unter dem Deckmantel harmloser Freizeitthemen werden rassistische Vorurteile auf unterstem Niveau verbreitet.“

Einige Exemplare der mit einer Auflage von 3000 Stück gestarteten Zeitung wurden am Montag vor den Kölner Gymnasien in Rodenkirchen und Ehrenfeld sowie am Hansa-Gymnasium verteilt. In einer Presseerklärung brüstet sich „Pro-Köln“-Funktionär Martin Schöppe damit, er sei „besonders stolz“ darauf, „dass wir das komplett vierfarbige Magazin nur durch Werbung finanzieren und damit kostenlos unters Volk bringen können“.

Damit jedoch könnte es nun vorerst vorbei sein. Aufgeklärt durch den „Kölner Stadt-Anzeiger“, mit wem sie es zu tun haben, hatten sich bereits am Montag mehrere Inserenten entsetzt gezeigt. „Die Verantwortlichen haben mir gegenüber behauptet, es handele sich um eine unabhängige Schülerzeitung“, sagte beispielsweise Markus Höfs, Inhaber der „Pro-Drive-Fahrschule“ in der Schildergasse. Er sei „fast in Ohnmacht gefallen“, als er dann die fertige Erstausgabe der Zeitung mit seiner Anzeige gesehen habe.

Ähnlich sei es auch ihm gegangen, bestätigte der Inhaber des Biergartens Aachener Weiher: „Mit der Anzeige wollte ich doch nur etwas für die Kölner Schulen und Jugend tun.“ Dass er „an Rechtsradikale geraten“ sei, ärgere ihn „maßlos“.



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