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Ministerin: Nur 30 Stellen nicht besetzt

Von UTA BÖKER, 12.02.09, 23:27h

Schulministerin Barbara Sommer diskutierte mit Lehrern und Eltern über das neue Schulgesetz und die Situation der Schulen im Rhein-Erft-Kreis: Sie versprach Lösungen für den Lehrermangel.

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Engagierte Lehrer und Eltern
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Engagierte Lehrer und Eltern
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Schulministerin Barbara Sommer
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Hürth-Hermülheim - Sie fühlen sich allein gelassen und beklagen massive Lücken bei Lehrerstellen, Vertretungsreserven und Förderangeboten. Rund 120 Lehrer und Eltern aus dem Rhein-Erft-Kreis nutzten deshalb am Montagabend die Gelegenheit, Schulministerin Barbara Sommer kritische Fragen zur Schulreform zu stellen. Die ehemalige Pädagogin - wie sie mehrfach betonte, hat sie den Schulalltag selbst als Hauptschullehrerin kennengelernt - war auf Einladung der CDU-Landtagsabgeordneten Rita Klöpper zu dem Diskussionsabend ins Vereinshaus der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft in Hürth-Hermülheim gekommen. Mit auf dem Podium saßen Michael Breuer, NRW-Europaminister, und CDU-Bundestagsabgeordneter Willi Zylajew.

Die Situation an den 79 Grundschulen im Rhein-Erft-Kreis beschrieb Sommer viel rosiger, als Lehrer und Schulamt sie einschätzen. „Es sind lediglich 30 Lehrerstellen, die unbesetzt sind“, stellte die Ministerin gleich zu Beginn der Veranstaltung klar. Im Widerspruch dazu steht die Schilderung von Schulamtsdirektorin Elke Blum-Lederer. Erst vor einer Woche beklagte das Schulamt, dass etwa 100 Lehrer durch Erziehungsurlaub ausfielen. Nur die Hälfte dieser Stellen hätten mit Vertretungskräften besetzt werden können. Dazu kämen Ausfälle von 40 Lehrern, die längerfristig krank seien. Vertretungskräfte zu finden sei schwierig, weil der Markt leergefegt sei.

Aber das Ministerium versprach, Abhilfe zu schaffen. „Wir wollen alle Referendare, die erst im Februar 2007 eingestellt werden, anschreiben und sie bitten, bis dahin eine befristete Lehrertätigkeit anzunehmen“, erklärte Ministerialrat Wilhelm Knevels dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ im Anschluss an die Veranstaltung.

Wie er bei großen Klassen und zu wenigen Lehrern Kinder noch individuell fördern solle, fragte Peter Caspar Wurthmann, Leiter der Kerpener Realschule. Er könne ja schlecht die Hälfte der Klasse, die keine zusätzliche Unterstützung brauche, nach Hause schicken. Doch da zeigte sich Sommer überraschend unkonventionell: „Überschreiten Sie Grenzen, ich stärke Ihnen den Rücken. Schicken Sie ruhig die guten Schüler früher nach Hause.“ Allerdings müsse eins gewährleistet sein: „Am Ende des Schuljahrs sollen alle Kinder versetzt werden.“ Um eine stärkere Transparenz an den einzelnen Schulen zu bekommen, ermunterte Sommer die Schulen, ihre Stellensituation im Internet zu veröffentlichen. So könnten Lehrer von Schulen mit Überhang versetzt werden an Schulen, wo Not am Mann sei.

Dass die Ziele der Ministerin und die Realität an den Schulen oft auseinanderlaufen, machte eine Hürther Lehrerin unter lautem Applaus der anderen Zuhörer deutlich: „Schule ist ja nicht nur die Summe von Fachunterricht. Die Unterrichtsstunden müssen wir auch nutzen, um uns um das soziale Verhalten der Kinder zu kümmern und Gewaltprävention zu betreiben. Dafür brauchen wir eigentlich Sozialarbeiter. Doch wir haben keine bewilligt bekommen.“ Die Schulministerin betonte, ihr Gesetz nehme auch die Erziehung in den Focus - durch mehr Ganztagshauptschulen und Maßnahmen im vorschulischen Bereich.

Eine Lehrerin beklagte sich darüber, dass die Möglichkeit eingeschränkt sei, Kinder später einzuschulen: „Ich bin alleine in der Klasse mit zwei Jahrgängen und immer jüngeren Kindern.“ Sommer versprach, sich dafür einzusetzen, dass es mehr Fortbildungen für Lehrer gebe.



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