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Kupfer bei Dieben hoch im Kurs

Von ANA OSTRI´C, 19.08.06, 07:21h

Der Kupferpreis steigt und mit ihm nehmen die Diebstähle zu: vor allem Schrotthändler und die Bahn sind vom Metallklau betroffen - allein die Bahn verzeichnete 2005 Diebstahlschäden von 20 Millionen Euro.

BILD: BRITTA BERG
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Der Manforter Schrotthändler Thomas Steglich lässt seinen Betrieb überwachen.
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Der Manforter Schrotthändler Thomas Steglich lässt seinen Betrieb überwachen.
Der Kupferpreis steigt und mit ihm nehmen die Diebstähle zu.

„Das ist ein Besorgnis erregendes Thema bei uns in der Szene.“ Mit diesen Worten kommentierte der Leichlinger Schrotthändler Axel Müller den Kupferklau, der seit einigen Monaten um sich geht. Weil die Preise für Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium und Zink in den vergangenen anderthalb Jahren massiv gestiegen sind, gehören diese Metalle zum begehrten Diebesgut. 20 Millionen Euro Schaden verzeichnete die Deutsche Bahn AG im Jahr 2005 aufgrund des Kupferdiebstahls. „Diejenigen, die Erdungskabel demontieren, bringen sich und andere in Gefahr“, betont Bahn-Sprecher Udo Kampschulte. Das Leverkusener Streckennetz war jedoch noch nicht vom Kupferklau betroffen.

5000 Euro

Anders Thomas Steglich: Vor sechs Wochen gelang es Einbrechern, auf das Gelände des Manforter Schrotthändlers einzudringen. „Die Diebe hatten einen unserer Transporter mit Kupfer im Wert von 5000 Euro beladen“, berichtete er. Allerdings scheiterte der Beutezug, weil die Täter das Fahrzeug kurzschlossen. Die Einbrecher jedoch konnten flüchten. In diesem Jahr musste der Steglich bereits drei Einbrüche melden. Als Konsequenz lässt er das Firmengelände nun überwachen. Von Verkäufern werde ihm jedoch kein zusätzlicher Kupfer angeboten: „Ganz windigen Gestalten nennen wir einen schlechten Preis, so dass sie an einem Verkauf kein Interesse mehr haben.“

Markus Schulz von der Metall Dederichs GmbH in Küppersteg hat ebenfalls Erfahrungen mit unseriösen Anbietern gemacht. Der Schrotthändler verlangt, wie in der Branche üblich, von seinen Kunden einen Personalausweis: „In dem Moment machen manche schon einen Rückzieher.“ Schulz verleiht Container zur Schrott- und Metallentsorgung, die er neuerdings nicht mehr über Nacht stehen lässt, da diese am nächsten Morgen leergeräumt seien. Seit einigen Monaten wird der Betrieb mit Kameras überwacht, um potenzielle Diebe abzuschrecken. Bahntypisches Kupfer sei ihm bislang nicht angeboten worden, so Schulz, „aber das würden wir auch nicht annehmen, denn dann machen wir uns strafbar.“

Die Avea beklagt, dass bei der Sperrmüllsammlung vermehrt beschädigte Kühlschränke vorgefunden wurden. Kupferleitungen werden herausgetrennt, dabei tritt die schädliche Kühlflüssigkeit aus. Doch auch Aluminiumleitern an den Grünschnittcontainern sind schon von Langfingern entwendet worden, berichtet Avea-Sprecher Holger Steffens.

In Köln macht inzwischen eine Spezialeinheit der Polizei Jagd auf Kupferdiebe, die Signalkabel aus Straßenbahntrassen reißen und auf Baustellen einbrechen. Auch die Leverkusener Polizei verzeichnet pro Woche ein bis zwei Fälle von Metallklau, wie Polizeisprecher Georg Kraushaar auf Nachfrage des „Leverkusener Anzeiger“ mitteilte. Akut sei dieses Problem schon seit Beginn des Jahres.

Sieben Festnahmen

„Das Diebesgut bewegt sich meist im geringen Bereich, etwa zehn bis zwanzig Kilogramm“, so Kraushaar. Auf frischer Tat erwischen konnte die Polizei in der vorvergangenen Woche zwei Kupferdiebe in Manfort. Die beiden polizeibekannten Kölner hatten Kupferkabel von einem stillgelegten Lastenkran abgeschnitten. Bereits im Mai hatte Einbrecher auf dem Quettinger Außenlager der Elektrofirma Wallraff Alarm ausgelöst. Sieben Männer mit wertvollen Kupferkabeln im Gepäck konnten damals festgenommen werden.

Flüchten konnten dagegen mehrere Diebe in Burscheid. Ende Juli durchtrennte ein Mann aus Kupfer bestehende Telefonleitungen in Kotten. Als sich ein Zeuge näherte, flüchtete er ohne das Diebesgut. Auf dem Gelände einer Metallverarbeitungsfirma in Kaltenherberg veranlasste die Alarmanlage nächtliche Einbrecher ebenfalls zur Flucht.



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