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Die große Welt der Geige

Von MARIA MACHNIK, 24.08.06, 07:13h

Pulheim-Brauweiler - Der aufstrebende Pulheimer Eric Schumann kam zu einem Gastspiel ins Abteigymnasium. Der 23-Jährige bricht bald zu einer Konzertreise nach Japan auf.

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Eric Schumann gab den Schülern im Abteigymnasium Kostproben seines Könnens.
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Eric Schumann gab den Schülern im Abteigymnasium Kostproben seines Könnens.
Der 23-Jährige bricht bald zu einer Konzertreise nach Japan auf.

Pulheim-Brauweiler - Über so viel Euphorie würde sich so mancher Lehrer freuen. „Es war voll schön“, sagte die elfjährige Nele nach einer Musikstunde der etwas anderen Art mit dem 23 Jahren alten Geiger Erik Schumann, der in Pulheim-Geyen aufgewachsen ist.

Schüler der Klassen fünf und sechs am Abtei-Gymnasium hatten kürzlich das Vergnügen, dem renommierten Jung-Musiker, der Konzerte in der ganzen Welt gibt, über die Schulter schauen. Frei von der Leber weg plauderte Schumann im Rahmen des Projektes „Rhapsody in school“ an seiner früheren Schule aus dem Nähkästchen. Ganz natürlich, ohne Starallüren, erzählte er, wie er schon im Alter von vier Jahren in die Welt des Geigespielens eingetaucht ist. Und wie er zunächst einmal gelernt hat, ausschließlich nach Gehör (Suzuki-Methode) zu spielen. Ja und dass auch er mal keine Lust hat, zu spielen. „Aber wenn ich einige Zeit nicht gespielt habe, dann merke ich, es fehlt mir was.“

Tabufragen gab es nicht. „Ihr könnt alles fragen“, warf der sympathische junge Mann in die Runde. Das ließen sich die Mädchen und Jungen nicht zweimal sagen. Ob er wohl ein Lieblingsstück habe, wollte ein Junge wissen. „Mmmmmh“, antwortete Schumann und fügte nach kurzem Nachdenken hinzu. „Explizit habe ich keins. Es gibt so viele fantastische Stücke, das könnt ihr euch nicht vorstellen.“ Sprach's, legte die Geige an und zauberte, die Augen geschlossen, traurig-schöne Töne aus seinem Instrument. „Das ist Moll, das drückt eher traurige Stimmung aus“, erklärte der junge Mann.

Die geschlossenen Augen interessierten eine Schülerin ganz besonders. Er schließe die Augen, um sich besser konzentrieren zu können. „Dann bin ich mehr in meiner Welt“, verriet der junge Mann, der im kommenden Jahr seine Diplomprüfung an der Musikhochschule Köln ablegen möchte.

Von den musikalischen Kostproben beeindruckt - Schumann wechselte von der bekannten Melodie „Pink Panther“ zu Mozart, Vivaldi und dem „Teufelsgeiger“ Paganini - wagten sich die Schüler ganz vorsichtig an das leidige Thema Üben heran. Natürlich komme auch er nicht um das tägliche Üben herum, verriet der Musiker, der in Kürze eine Konzertreise nach Japan antritt. Sein Lehrer, Professor Zakher Bron (er hat auch den weltbekannten russischen Geiger Maxim Vengerov unterrichtet) erwarte, dass sein Schüler vorbereitet sei. Schumann: „Er ist sehr bekannt, er reist viel rum.“ Da wolle er die gemeinsamen Stunden mit Zakher sinnvoll nutzen. „Dort lernst du nur noch Ausdruck, den Rest musst du selbst machen“, klärte Schumann eine Schülerin auf.

Schön und gut. Aber wie geht es denn wohl einem Musiker abends, nachdem er im Schnitt drei bis vier Stunden geübt hat, wollten die Schüler noch wissen. „Abends habe ich Ohrwürmer im Kopf. In der Schule habe ich meine Lehrerin genervt. Sie hat dann gesagt »Erik übt für zu Hause«“, weil er in Gedanken mit den Fingern auf dem Tisch getrommelt habe, erinnerte sich Schumann. Ja und wie das denn bei einem Auftritt sei, wenn er niesen, sich kratzen oder zur Toilette müsse. „Dann machst du's“, sagte Schumann und zuckte mit den Schultern, als ob es das Normalste der Welt sei. Nele und die zwölfjährige Lea, die seit zwei beziehungsweise viereinhalb Jahren Geige spielen, waren angetan. Die Null-Bock-Phasen, die die Mädchen gelegentlich plagen, schienen vergessen. „Ja, jetzt will ich auch“, sagte Nele regelrecht angespornt.



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