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„Monster House”: Retro-Horror

Von UWE MIES, 24.08.06, 11:13h

Der 3-D-Animationsfilm gibt sich als modernes amerikanisches Vorstadtmärchen mit Wurzeln im Kino der 80er Jahre. Leider steht der Retro-Horror dabei zwischen allen Zielgruppenstühlen.

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Im "Monster House" geht's rund.
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Im "Monster House" geht's rund.
Es stimmt was nicht mit dem Haus des streitsüchtigen Nebbercrackers. Warum lässt der Alte keine Leute auf sein Grundstück? Wie kann es sein, dass Spielsachen spurlos vom Rasen verschwinden? D. J. und sein Freund Chowder wittern hier jede Menge Unrat und wollen sich der Sache annehmen. Die Lage ist günstig, denn Halloween steht vor der Tür, die Eltern haben sich in einen Kurzurlaub verabschiedet und Babysitterin Zee hat nur Augen für ihren Freund.

D. J. und Chowder sind nicht allein, denn auch Jenny, die neu ist in der Nachbarschaft, hat schon unangenehme Bekanntschaft mit Nebbercracker gemacht. Entschlossen gehen die Kids über die Straße. Die Sonne geht gerade unter. Spukgeschichten machen natürlich nur dann Spaß, wenn sie auch wirklich gruslig sind. In diesem Punkt muss man in diesem neuen 3-D-Animationsfilm keine Defizite fürchten.

„Monster House“ gibt sich als modernes amerikanisches Vorstadtmärchen, das seine Wurzeln unverkennbar im Kino der 80er Jahre hat. Produktionen wie „Poltergeist“ und „Die Goonies“, „Meine teuflischen Nachbarn“ und „Fright Night - Die rabenschwarze Nacht“ befeuerten offenkundig die Inspiration eines Drehbuch-Trios, das genannte Filme und weitere in Teenagerjahren aufgesogen hat und nun in Steven Spielberg und Robert Zemeckis verständnisvolle Produktionspartner fand.

Mehr noch als die übrige 3-D-Konkurrenz setzt „Monster House“ auf die Stilmittel des herkömmlichen Spielfilms. Tatsächlich wurde der Film real inszeniert und bekam dann eine verfremdende Politur aus 3-D-Animation. Die Figuren sehen aus wie hochglanzpolierte Knetpuppen in einer Szenerie von verblüffender Tiefenschärfe.

In ausgesuchten US-Kinos konnte der Film denn auch in richtiger 3-D-Projektion (mit Polarisationsfiltern in Brillenform) seine eigentliche visuelle Wirkung entfalten. Jenseits solcher tricktechnischen Kabinettstücke reicht es aber allemal für eine flotte, ironisch gewürzte Retro-Gänsehautstunde, die allerdings zwischen allen Zielgruppenstühlen sitzt.

Für Grundschüler sind die Schockspitzen entschieden zu reißerisch gesetzt, während ein erwachsenes Publikum, das seine Kultgelüste gemeinhin bei Tim Burton befriedigt, den Film als zu laut und vulgär befinden dürfte. Jene aber im Alter zwischen 10 und 14 Jahren, die schon mal Stephen King und H. P. Lovecraft erschnuppert haben, werden einen aufregend unterhaltsamen Kinonachmittag vor sich haben.



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