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Eine Reise in den elektronischen Urwald

Von PETER LIMBACH, 26.08.06, 09:24h, aktualisiert 26.08.06, 18:39h

In fremde Soundlandschaften führten zwei Kölner Elektronik-Pioniere die Musik-Freunde bei der Klangprobe live. Fatagaga und Elfish Echo traten zur c/o pop in Mühlheim auf.

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Er lässt es unter der Oberfläche brodeln - Stefan Zöllner alias Fatagaga.
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Er lässt es unter der Oberfläche brodeln - Stefan Zöllner alias Fatagaga.
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Luka Höfler, der sich Elfish Echo nennt, spielte im Kulturbunker kreativ mit Zufall und Chaos.
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Musik lag auch schon vor Adam und Eva in der Luft. Wind, Regen, Donner, Dinosaurier zum Beispiel sorgten für ein reichhaltiges Spektrum an Tönen. Dann kam der Mensch und brachte in Form, was er an Geräuschen hörte, bis hin zu Barock, Klassik, Rock und Pop. Ähnlich ungezähmt wie die Töne aus der Natur klang nun im Kulturbunker Mülheim die Musik von Stefan Zöllner alias Fatagaga und Luka Höfler, der sich Elfish Echo nennt. Es war das erste von zwei Klangprobe-Specials zur c / o pop - und die beiden Sound-Pioniere machten der experimentierfreudigen Kölner Szene beim internationalen Festival alle Ehre. Sie nahmen das Publikum mit auf eine Reise in den elektronischen Urwald. Und dort wimmelte es von Klängen, Harmonien, Melodien, Rhythmen, die so fremdartig anmuteten, als seien sie nicht von Menschenhand ausgedacht und geschaffen worden.

Perlendes Wasser, stampfende Maschinen-Geräusche, verfremdete menschliche Stimmen - aus solchen Quellen schöpft Fatagaga den Stoff für seine Freistil-Übungen. „Redesign The World“ ist das Motto. Und tatsächlich gestaltet Zöllner auf Ambient-Basis zumindest neue Klang-Welten. Ruhige Passagen wirken keinesfalls beruhigend, eher aufwühlend. Denn unter der Oberfläche brodelt es. Jede einzelne Note wirkt, als sei sie aus unzähligen Tönen zusammengesetzt. Ähnlich reiz-voll sind die meist rasant geschnittenen Filme dazu auf der Leinwand. Eine pfeilschnelle Fahrt durch die Speiseröhre zu Zeitlupen-Musik, das ist wahrhaft verkehrte Welt und spannend. Sobald es Fatagaga aber grooven lässt, verwandelt sich die anregende Nervosität in metallene, aber dennoch entspannt pulsierende Rhythmen.

Noch konsequenter, aber auch noch weniger zugänglich musiziert Luka Höfler. Der geht voll auf Risiko, hat sich vergleichsweise wenig vorbereitet auf den Abend und setzt über lange Strecken „auf die inspirierende Freiheit der Improvisation“. Was dabei herauskommt, scheint dann oft gar nicht mehr von dieser Welt, geht hin und wieder an die Schmerzgrenze, bietet aber jede Menge wahrlich neue Sounds. Um zu identifizieren, was da gespielt wird, ist der Künstlername Elfish Echo hilfreich.

Wie eine Symphonie aus Echos ganz unterschiedlicher Klang-Farben mutet an, was aus den Synthesizern und Musik-Computern schießt. Zuweilen verdichten sich die Signale sogar zu Rhythmen. Die sind allerdings zum Tanzvergnügen für Normalsterbliche kaum geeignet. Elfish Echo spielt gern mit Zufall und Chaos - und lässt sie die Taktgeber sein. „Es muss immer weitergehen, Musik als Träger von Ideen“, forderten einst Kraftwerk, Urväter der internationalen Elektronik. Zwei Kölner haben das bei der Klangprobe wieder einmal wahr gemacht.



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