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Ex-Ford-Chef Nasser will Jaguar kaufen

Von WALTER PFAEFFLE, 26.08.06, 07:01h

Der US-Konzern sucht neue Wege aus der Krise, dazu gehört die Kooperation mit Konkurrenten. Analysten erwarten, dass Ford in Nordamerika in diesem Jahr einen Vorsteuer-Verlust von vier Milliarden Dollar macht.

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Jaques Nasser erwägt die "Problemmarke" Jaguar zu kaufen.
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Jaques Nasser erwägt die "Problemmarke" Jaguar zu kaufen.
New York - Der amerikanische Automobilkonzern Ford prüft mehrere Möglichkeiten, seine akute Finanzkrise zu überwinden. Zu den Überlegungen gehören die Trennung von Teilen ihrer Luxussparte und die Kooperation mit Konkurrenten. Konzern-Chef Bill Ford schloss in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin „Business Week“ den Verkauf oder die Einstellung von Problemmarken wie Lincoln oder Jaguar nicht aus. Es sei aber noch nichts entschieden. Das Unternehmen stehe vor „radikalen Änderungen“. Man sitze nicht einfach herum und warte, was geschehe, sagte Ford.

Der zweitgrößte Fahrzeughersteller der USA hat für die erste Jahreshälfte 1,44 Milliarden Dollar Verlust ausgewiesen. Für das gesamte Jahr 2006 erwartet die Bank JP Morgan Chase & Co bei Ford in Nordamerika einen Vorsteuerverlust von vier Milliarden Dollar und 2,7 Milliarden Dollar Defizit im Jahr 2007. „Ford ist äußerst verletzbar, und in einer solchen Lage legt man alles auf den Tisch, was man hat“, sagte David Cole, Chef des Forschungsinstituts Center for Automotive Research in Ann Arbor (Michigan).

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg laufen Verhandlungen über den möglichen Verkauf der britischen Luxusmarken Jaguar und Land Rover an eine Investorengruppe unter Führung des früheren Ford-Lenkers Jacques Nasser. An den Verhandlungen seien die JP-Morgan-Tochter One Equity Partners LLC beteiligt, bei der Nasser den Bereich Zusammenschlüsse und Akquisitionen (M & A) führt. Nasser hatte die Luxussparte „Premier Automotive Group“ geschaffen, bevor er von Ford vor vier Jahren entlassen wurde. Zu der Sparte gehört außerdem Volvo.

Ford erwartet bei Premier dieses Jahr einen Verlust. Nachdem das Unternehmen in sieben der acht letzten Quartale im Nordamerikageschäft rote Zahlen geschrieben hat, sagte die Geschäftsführung vor mehreren Wochen, man denke über eine Reihe „strategischer Optionen“ nach. Am 2. August engagierte Ford den M & A-Experten Kenneth Leet von der Bank Goldman Sachs als strategischen Berater. Bei den Gesprächen mit dem 58 Jahre alten Nasser ginge es um eine mögliche Übernahme oder ein Joint Venture, sagten von Bloomberg zitierte Personen, die anonym bleiben wollten.

Bündnis mit Renault?

Nasser war zwischen 1999 und 2001 Ford-Konzernchef. Er war verantwortlich für die Übernahme von Volvo 1999 für 6,5 Milliarden Dollar und ein Jahr danach für die damals zu BMW gehörende Land Rover-Tochter für 2,7 Milliarden Dollar. Für Jaguar scheint sich auch der britische Baumaschinenhersteller JC Bamford Excavators Ltd (JCB) zu interessieren. Wie die britische „Financial Times“ meldete, habe JCB-Chef Sir Anthony Bamford tags zuvor sein Interesse an Jaguar kundgetan. Er sei der Meinung, Jaguar habe ein bisher nicht genutztes Potenzial. Ford hatte Jaguar 1989 für 2,6 Milliarden Dollar übernommen und seitdem nach eigenen Angaben gut zwei Milliarden Dollar in das Unternehmen investiert.

Eine dritte Option wären Bündnisgespräche mit dem französischen Autohersteller Renault-Nissan, sollten derzeit laufende Verhandlungen zwischen Renault und der General Motors Corporation scheitern. Nach Informationen der US-Börsenzeitung „Wall Street Journal“ hat Ford-Chef Bill Ford dem Renault-Chef Carlos Ghosn in einem Telefonat eine Allianz zwischen Ford und Renault-Nissan vorgeschlagen.

Unterdessen legte am Freitag der ehemalige US-Finanzminister Robert Rubin, Spitzenmanager bei der Citigroup, sein Amt als Ford-Verwaltungsratsmitglied nieder. Zur Begründung verwies Rubin auf die kommende Prüfung „strategischer Optionen“ bei Ford. Es könnte die Frage aufkommen, ob seine Beziehungen zu Ford und Citigroup den Anschein von Interessenkonflikten erwecken könnten. Obwohl es diese gegenwärtig nicht gebe, scheide er jetzt aus dem Verwaltungsrat aus.



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