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Fast jedes vierte Kind in Köln ist arm

Von HELMUT FRANGENBERG, 29.08.06, 07:00h

In Köln leben von 1000 Kindern unter 15 Jahren 236 in Familien, die von Hartz IV betroffen sind. Mit einer Quote von 23,6 Prozent liegt Köln deutlich über dem Bundesdurchschnitt, ergab eine neue Statistik über Sozialgeld-Empfänger.

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Kinder mit Sozialgeld unter 15 Jahren.
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Kinder mit Sozialgeld unter 15 Jahren.
In Köln leben von 1000 Kindern unter 15 Jahren 236 in Familien, die von Hartz IV betroffen sind.

Bremen / Köln - Von 130 909 Kölner Kindern unter 15 Jahren leben 30 837 in so genannten „Bedarfsgemeinschaften“, die vom Arbeitslosengeld II leben müssen. Mit einer Quote von 23,6 Prozent liegt Köln deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Bundesweit werden in einer neuen Statistik des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Berufsjugendhilfe 16,2 Prozent der Kinder unter 15 Jahren als Sozialgeld-Empfänger geführt.

Das Institut hat die Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit vom April 2006 mit den Bevölkerungsdaten des Statistischen Bundesamtes in Beziehung gesetzt und eine „Rangliste“ erstellt. Demnach ist die Kinderarmut in Görlitz (42,2 Prozent) und Hoyerswerda (41,4) am größten. In 61 von insgesamt 420 Kreisen leben 30 Prozent und mehr in Familien, die von Hartz IV betroffen sind. In nur 20 Kreisen - darunter 18 in Bayern - waren es weniger als 5 Prozent.

Köln belegt in der Rangliste den 110. Platz. Im Vergleich der großen deutschen Städte schneiden Leipzig, Berlin, Bremen, Dortmund, Essen, Duisburg und Hamburg schlechter ab als Köln. Kleiner ist das Problem in Nürnberg, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und München. Die Kreise im Kölner Umland weisen alle deutlich niedrigere Quoten als Köln auf. In Leverkusen und Bonn liegt der Anteil der Kinder, die von Hartz IV betroffen sind, bei 17,6 Prozent. Kinder von Asylbewerbern, nicht anerkannten Flüchtlingen und Sozialhilfeempfängern sind in der Statistik nicht berücksichtigt.

Der Kölner Armutsforscher Christoph Butterwege, Sozialwissenschaftler an der Kölner Universität, interpretierte die Zahlen als „Indiz für die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich“. Ein großer Teil der Gesellschaft werde „abgehängt“. Das Bremer Institut sprach von einem „zunehmenden Problem“. Immer mehr Kinder seien von Armut betroffen.



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