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Krefeld will Monet-Bild verkaufen

Erstellt 31.08.06, 07:03h

Die Stadt spekuliert auf Millionen-Einnahmen für die Sanierung des Museums. Dass, der Verkauf gegen den Ehrenkodes des Museums verstösst, nimmt Kulturdezernent Roland Schneider in Kauf. Schliesslich soll das marode Museum davon saniert werden.

Die Stadt Krefeld erwägt den Verkauf eines kostbaren Gemäldes von Claude Monet, um mit der erwarteten Millionensumme das Kaiser-Wilhelm-Museum zu sanieren. Das Bild „Parlamentsgebäude in London“ könne 20 Millionen Euro bringen, sagte Kulturdezernent Roland Schneider gestern. Er wisse, dass der Verkauf gegen den Ehrenkodex der Museen verstoße, „ich weiß aber auch, dass unser Museum marode ist“. Unlängst habe es durch das Dach geregnet. Wegen der Sommerhitze war das Museum geschlossen worden, weil Kunstwerke ausgelagert werden mussten.

Seit 1907 in Eigenbesitz

Das impressionistische Gemälde von 1904 sei das wertvollste Bild im Besitz der Stadt Krefeld, sagte Schneider. Es war durch eine Erbschaft 1907 für rund 14 000 Reichsmark in städtischen Besitz gelangt, ohne dass die Kommune dafür selbst hatte aufkommen müssen. Im Rat könne durchaus eine Mehrheit von CDU und FDP für den Verkauf stimmen, sagte der Kulturdezernent, noch aber sei „alles offen“. Es existiere „noch keine abgestimmte Verwaltungsmeinung“ und keine endgültige Willensbildung der Fraktionen. Der von der Stadt angesetzten Sanierungssumme von 6,4 Millionen stünden nach Architekten-Berechnungen tatsächliche Kosten von elf Millionen Euro gegenüber. Das Monet-Bild solle die Lücke schließen und möglicherweise noch den Erwerb anderer Kunstwerke ermöglichen, meinte der Kulturdezernent. Museumsdirektor Martin Hentschel dementierte auf Anfrage dieser Zeitung, er habe dem Verkauf „zunächst“ zugestimmt: „Mein Job ist auf das Bewahren von Kunstwerken ausgerichtet.“

Schon in Hagen und Bonn war es in den vergangenen Jahren zu umstrittenen Kunstverkäufen gekommen. (ksta, dpa)



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