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Moderner Kuppelbau mit zwei Minaretten

Von HELMUT FRANGENBERG, 21.09.06, 07:26h, aktualisiert 21.09.06, 08:44h

Der Bauherr hat sich entschieden: An der Venloer Straße entsteht für einen zweistelligen Millionenbetrag Kölns erste repräsentative Moschee - nach den Plänen der Architekten Böhm.

ARCHIVBILD: WORRING
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Blickfang mit durchbrochener Kuppel und 55 Meter hohen Minaretten
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Blickfang mit durchbrochener Kuppel und 55 Meter hohen Minaretten
Der Bauherr hat sich entschieden: An der Venloer Straße entsteht für einen zweistelligen Millionenbetrag Kölns erste repräsentative Moschee.

Der türkisch-islamische Verein Ditib will den Entwurf der Kölner Kirchenbaumeister Gottfried und Paul Böhm umsetzen. Wie gestern im Umfeld von Ditib durchsickerte, hat sich der Verband dafür entschieden, nach den Vorstellungen der Gewinner des Architektenwettbewerbs zu bauen.

So wird an der Ecke Venloer Straße / Ecke Innere Kanalstraße ein imposanter Kuppelbau mit zwei Minaretten entstehen, in dem sich neben Gebetsräumen Räume für Bildung, Freizeit und Begegnung befinden. Die genaue Höhe der Baukosten ist noch nicht bekannt. Es wird ein zweistelliger Millionenbetrag sein. Ditib hat das Raumkonzept offenbar erneut überarbeitet. Es gebe einige „funktionale Änderungen“, hieß es. Einzelheiten sollen heute auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden.

Das äußere Erscheinungsbild soll so aussehen, wie es Gottfried und Paul Böhm vorschlagen: Über einem klaren, rechteckigen Baukörper erheben sich eine große Kuppel und zwei Minarette. Der Entwurf wollte traditionelle Formen mit moderner Architektur verbinden. Die Kuppel ist durchbrochen, kein geschlossener Raum.

Böhm will ein offenes und transparentes „Zentrum der türkisch-deutschen Integration“, wie er bei der Prämierung seines Entwurfs im April sagte. Die Minarette, deren Höhe genau wie die Größe der Kuppel umstritten ist, befinden sich an der Längsseite zur Inneren Kanalstraße und an der Vorderseite an der Venloer Straße, wo sich das Ditib-Zentrum mit einer weiten Treppe zur Straße hin öffnet.

Für die Jury des Wettbewerbs, in der auch Politiker, Architekten und Stadtplaner saßen, war Böhms Vorschlag ein „überragender Entwurf“. Der Vorsitzende des Kölner Gestaltungsbeirates, Stefan Schmitz, sprach von einer „großen Attraktion für Köln“.

Mit dem neuen Gebäude wird das komplette Gelände von Ditib überbaut und neu gestaltet. Der türkisch-islamische Dachverband, zu dem 878 Vereine in Deutschland gehören, hat seit 1984 in Köln seine Zentrale. Ditib nimmt für sich in Anspruch, die größte Interessenvertretung türkischstämmiger Moslems in Deutschland zu sein. Ditib ist eine laizistische Organisation mit engen Verbindungen zum türkischen Staat beziehungsweise seiner Religionsbehörde.

In der Zentrale wird aber nicht nur die Arbeit der angeschlossenen Vereine koordiniert. Hier werden auch vielfältige Angebote für Kölner gemacht. Es gibt ein umfangreiches Bildungsangebot, Sport- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, Hausaufgabenbetreuung, Räume zur Begegnung und natürlich zum Gebet.

Auch weil es sich um den ersten Bau einer repräsentativen Moschee in Köln handelt, gibt es durchaus kritische Stimmen. Eine Bürgerinitiative sammelt im Bündnis mit der rechtsextremen Gruppierung Pro Köln Unterschriften gegen das Projekt. Da Ditib das Gelände gehört, kann der Verband dort aber bauen wie er will, wenn er sich an die Höhenvorgaben des noch gültigen Bebauungsplans hält. CDU, SPD, Grüne, FDP und Linkspartei im Stadtrat, die den Moscheebau unterstützen, sind bereit, den Bebauungsplan zu ändern. Sonst könnten zum Beispiel die Minarette nicht gebaut werden. Auch katholische und evangelische Kirche haben sich für eine repräsentative Moschee an diesem Standort ausgesprochen.



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