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„Badewanne“ soll vor Hochwasser schützen

Von ROLAND SCHRIEFER, 25.09.06, 12:42h

Langel - Zwischen Niederkassel-Lülsdorf und Köln-Langel entsteht ein Überflutungsgebiet. Die Stadtentwässerungsbetriebe gaben das Signal zur Sanierung des Altdeiches im Langeler Bogen.

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Volker Lüdicke (l.) erläutert die Pläne zur Sanierung des Altdeiches.
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Volker Lüdicke (l.) erläutert die Pläne zur Sanierung des Altdeiches.
Die Stadtentwässerungsbetriebe gaben das Signal zur Sanierung des Altdeiches im Langeler Bogen.

Langel - „Wir gehen mit gutem Beispiel voran“, sagte Reinhard Vogt, der Leiter der Kölner Hochwasserschutz-Zentrale, „und hoffen, dass die Kommunen am Oberrhein unserem Beispiel folgen.“ Das gute Beispiel der Stadt Köln ist der Beginn des Baus am geplanten Retentionsbecken im Langeler Bogen zwischen Niederkassel-Lülsdorf und Köln-Langel. „Die Baumaßnahme zeigt, dass Retentionsflächen auch in dicht besiedelten Gebieten möglich sind“, erklärte Vogt. Daran sollten sich die Kommunen vor allem in Hessen ein Beispiel nehmen.

Das Hochwasserschutz-Konzept sieht im Langeler Bogen zwischen Langel und Lülsdorf ein Überflutungs-Gebiet vor, das den Hochwasser-Pegel in Köln um einige Zentimeter verringern soll. Zunächst wird der marode Alt-Deich, der beim vergangenen Hochwasser mit 60 000 Sandsäcken gestützt werden musste, saniert. Im kommenden Jahr soll dann in einem zweiten Bauabschnitt ein neuer Deich errichtet werden, der das Retentions-Becken einfasst und die dahinter liegenden Wohngebiete bis zu einer Hochwasser-Marke von 11,90 Meter schützt.

Das Überflutungs-Gebiet im Langeler Bogen sei auf der Grundlage eines Kompromisses geplant, der hart erkämpft werden musste, sagte Walter Esser, Bürgermeister der Stadt Niederkassel. Denn eigentlich sollte das Retentions-Becken deutlich größer werden. Aber eine - so Esser - „riesige“ Bürgerinitiative hatte sich mit dem Argument „wir kriegen die Keller voll, damit Köln geschützt ist“ gegen diese Hochwasser-Schutzmaßnahme gewehrt. Erst als sich die Hochwasserschutz-Zentrale mit einem deutlich kleineren Becken, einer - wie Vogt sagt, „Badewanne“ - einverstanden erklärte und nachweisen konnte, dass es für die Lülsdorfer und Langeler Anwohner keine Verschlechterung gegenüber dem heutigen Zustand geben wird, gaben die Mitglieder der Bürgerinitiative ihren Widerstand auf. Auch die Landwirte mussten beruhigt werden, dass ihr Spargel-Grund überflutet wird. Der Kompromiss lautete hier, das Becken wird erst geflutet, wenn das Rhein-Hochwasser über 11,30 Meter steigt.

Den Start zum Beginn der Bauarbeiten gaben auf dem Altdeich zwischen Langel und Lülsdorf Otto Schaaf, der Vorsitzende der Stadtentwässerungsbetriebe mit dem Bürgermeister von Niederkassel, Walter Esser, und Hans Gerd Ervens, dem stellvertretenden Bezirksbürgermeister von Porz. Auch Vertreter einer Bürgerinitiative aus Rodenkirchen waren gekommen. Ihnen ist die „Badewanne“ im Langeler Bogen zu klein.



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