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Elefanten aus Thailand lernen Englisch

Von KATHRIN MOHR, 26.09.06, 07:16h

Die fünf thailändischen Elefantenkühe sind mit einer festlichen Zeremonie „offiziell“ im Kölner Zoo begrüßt worden. Die Betreuer erwarten jetzt einen Machtkampf unter den Kühen.

Bild: Worring
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Die fünf thailändischen Elefanten stehen mit ihren Mahouts, so heißen ihre mitgereisten Tierpfleger, im Elefantenhaus und posieren wie die Orgelpfeifen der Größe nach für Fotografen und Zoobesucher. Geschmückt sind die grauen Riesen für diese kleine Zeremonie nach thailändischem Brauch mit rot-goldenen Überhängen. So wird die Übergabe an die neuen Betreuer und Besitzer des Zoos gefeiert. Die neun Thais winken ihren tierischen Freunden, die in ihrer Heimat wie Gottheiten verehrt werden, nochmal zu und rufen „Good bye“, als sie sich von ihnen verabschieden. Sie lassen die Elefanten nur mit Wehmut in Köln zurück, das sieht man ihren Gesichtern an. Deshalb versichert ihnen die Kölner Zoo-Mitarbeiterin: „We will love them, too - wir werden sie auch lieben.“

Von Bangkok aus waren die fünf Elefantenkühe zunächst nach Luxemburg geflogen und dann nach Köln gebracht worden, wo sie am vorletzten Wochenende eingetroffen waren. Seitdem hatten die Neuankömmlinge Chumpol, Kleemblamduan, Laongdaw, Maejaruad und Thong Khun Zeit, sich an die neue Umgebung und an die schon im Zoo lebenden Artgenossen zu gewöhnen. Bisher konnten sich die Elefanten allerdings nur durch Gitterstäbe näher kommen. Heute wird sich zeigen, wie die neuen und alten Bewohner des Elefantenhauses aufeinander reagieren, denn die fünf thailändischen werden zu den anderen Elefanten auf das Gelände gelassen. Zoodirektor Theo Pagel, der gestern auch seinen Vertrag unterschrieben hat: „Es wird mit Sicherheit zu Rangeleien zwischen den beiden bisherigen Leitkühen kommen, denn die Rangordnung in der Herde muss geklärt werden.“ Eingreifen können die Mitarbeiter des Zoos bei derartigen Auseinandersetzungen nicht - das wäre bei den tonnenschweren Kolossen zu gefährlich. Außerdem leben die Elefanten in Köln seit zwei Jahren im „protected contact“, das heißt, die Pfleger haben keinen direkten Kontakt zu den Tieren: „Die Erziehung wird ausschließlich über Lob in Form von Futter geregelt“, berichtet Pagel. Ihm erscheint diese Form der Haltung „artgerechter“. Die für die Elefanten zuständigen Mitarbeiter betreten zur Dressur nicht das zwei Hektar große Gelände, sondern sie halten Stangen, an deren Spitze ein Tennisball befestigt ist, von außen in das Gehege. Damit wird den Elefanten angedeutet, wie sie sich bewegen sollen. Außerdem reagieren die Tiere auf Zuruf. Elefantenpflegerin Ingrid Wallner hat allerdings ein Problem: „Unsere Neuen müssen erst mal Englisch lernen, bisher verstehen sie nämlich nur die Sprache der Mahouts.“ Im Zoo hat man sich auf Englisch geeinigt, um mit den grauen Riesen zu kommunizieren, da diese aus den unterschiedlichsten Ländern nach Köln kommen. Wenn Tier und Mensch erst mal eine gemeinsame Sprache sprechen, steht dem Wunsch der Mitarbeiter nichts mehr im Wege: „Unser Ziel ist eine große intakte Herde.“



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