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Pflegeleichte Südamerikaner

Von ANNIKA FUNKE, 27.09.06, 08:55h

Nümbrecht - In Geringhausen leben 15 der in Deutschland noch sehr seltenen Alpakas. Die Tiere,die gerne mal mit Lamas verwechselt werden, liefern warme Wolle und sind in der Haltung sehr genügsam.

In Geringhausen leben 15 der in Deutschland noch sehr seltenen Alpakas.

Nümbrecht - „Guck mal, das ist ein Lama“, erklären Spaziergänger immer wieder gerne ihren Kindern, wenn sie an einer der beiden Geringhauser Wiesen vorbei kommen, auf denen die Alpakas des Ehepaares Spindler grasen. Die gemächlichen Tiere recken dann für gewöhnlich die langen Hälse und beobachten die Fremden ihrerseits neugierig mit großen Augen. An den Zaun kommen sie jedoch nicht, dazu sind sie zu scheu.

Verena und Alfred Spindler haben sich schon längst daran gewöhnt, dass ihre ungewöhnlichen Haustiere den meisten Leuten unbekannt sind. „Als wir hierher zogen, dachten sogar einige, das wären nur Statuen“, erzählt Verena Spindler. „Bis sie sich bewegten.“ Damals waren es noch zwei, inzwischen sind es 15 Alpakas, die in Geringhausen leben.

Den Anfang des „Alpakazuchthof Oberberg“ machten Spindlers 2003 mit Hengst Leo. „Wir wollten eigentlich mit den Stuten beginnen. Auf einem Hof bei Passau haben wir dann aber unseren Leo entdeckt und waren sofort begeistert. Plötzlich hatten wir einen Hengst statt drei Stuten“, erinnert sich Verena Spindler. Seitdem hat sich die Herde auf 19 Tiere vergrößert, vier davon leben in der Eifel.

Neben den Tieren aus eigener Zucht gehören auch Australier, Südamerikaner und Schweizer zu der Familie. Durch den Import wollen Spindlers aber nicht nur die sonst sehr langsam wachsende Herde vergrößern. Vor allem soll eine möglichst große Vielfalt erreicht werden. Denn in Deutschland gibt es nur wenige Alpakahöfe, besonders im Westen. Um ein neues Tier zu kaufen oder eine Stute decken zu lassen, müssen Spindlers meist nach Ost- oder Süddeutschland, manchmal sogar in die Schweiz reisen.

Die Frage, warum sie und ihr Mann trotzdem gerade Alpakas züchten, hat Verena Spindler aber schnell beantwortet: „Alpakas sind für mich einfach die idealen Tiere.“ In der Haltung sind sie im Vergleich zu anderen Haustieren tatsächlich eher pflegeleicht: Sie finden auf jeder Wiese etwas zu fressen, treten diese nicht kaputt und sind durch ihr dickes Fell vor Regen und Kälte geschützt. Der Hauptgrund für die Begeisterung des Ehepaares sind jedoch die Tiere selbst. Wie infiziert sei man, sagen sie, wenn man sich erst einmal mit ihnen beschäftigt habe.

In ihrer Heimat Südamerika wurden Alpakas ursprünglich nur ihrer leichten, aber warmen Wolle wegen gezüchtet. Die Qualität des Fells ist daher auch heute noch ein wichtiges Auswahlkriterium und gerade bei peruanischen Tieren sehr fein. „Leider kann die Wolle aber hier in Deutschland nicht maschinell versponnen werden“, bedauert Verena Spindler. „Deshalb verkaufen wir die Rohwolle unserer Alpakas. Ein fertiger Schal wäre bei den ganzen Arbeitsstunden gar nicht bezahlbar.“ Auf den Weihnachtsmärkten in der Region bietet sie stattdessen regelmäßig aus Peru importierte Produkte aus Alpakawolle an. Dass der Aufbau einer Alpakazucht ein langwieriges Unternehmen ist, ist Verena und Alfred Spindler natürlich klar. „Das Wichtigste ist aber, dass man sich für die Tiere begeistert“, finden die beiden. „Dann macht die Arbeit auch Spaß.“



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