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Ist Hiwi eigentlich ansteckend?

Von KERSTIN MEIER, 10.10.06, 07:42h, aktualisiert 10.10.06, 07:50h

Wenn ältere Semester sich unterhalten, stehen Studienanfänger ratlos da. Was ist „ECTS“? Und wer ist diese mysteriöse Asta? Was Erstsemester wissen müssen - das Uni-Alphabet klärt auf.

Universitäts-Hörsaal
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Hörsaal einer deutschen Universität (Archivbild).
Universitäts-Hörsaal
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Hörsaal einer deutschen Universität (Archivbild).
Wenn ältere Semester sich unterhalten, stehen Studienanfänger ratlos da. Was ist „ECTS“? Und wer ist diese mysteriöse Asta?

Asta, der. Kürzel für „Allgemeiner Studierenden-Ausschuss“. Der Asta ist die offizielle Vertretung aller Studierenden und wird vom Studentenparlament (Stupa) gewählt. Leider wählt schon das Stupa kaum jemand. An der Kölner Uni stagniert die Wahlbeteiligung seit einiger Zeit bei 15 Prozent.

Belegbogen, der. Liste der besuchten Veranstaltungen, die alle Studierenden zum Abschluss des Grund- und Hauptstudiums vorzeigen müssen. Generationen von Studenten verzweifeln am Ende des Studiums, weil sie nichts in die Belegbögen eingetragen haben. In diesem Fall helfen nur die alten Vorlesungsverzeichnisse in den Fachbibliotheken - und die Gewissheit, dass am Ende sowieso niemand so genau hinschaut.

Cum tempore. Lateinisch: mit Zeit. Zu spät kommen ist an der Uni erlaubt - zumindest, wenn hinter der Veran staltung die Buchstaben c. t. stehen. Dann geht das Seminar oder die Vorlesung erst eine Viertelstunde später los. Ganz Eifrige positionieren sich natürlich trotzdem schon vorher in der ersten Reihe und nutzen das so genannte akademische Viertel zum Bleistiftspitzen. Steht im Vorlesungsverzeichnis s. t. (sine tempore - ohne Zeit), beginnt die Veranstaltung pünktlich.

Dies academicus, der. Einmal im Jahr feiert die Kölner Uni einen Universitätstag mit Festreden, Vorträgen und einem extra Rahmenprogramm. Eigentlich gibt es aber nicht viel zu feiern - das fanden zumindest die Studenten, die in den vergangenen Jahren den Dies academicus zum Protestieren gegen Studiengebühren nutzten.

ECTS, das. Die Punkte des European Credit Transfer Systems (ECTS) sollen länderübergreifend eine einheitliche Anrechnung von Studienleistungen ermöglichen. In den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen wird der Studienaufwand in „Credit Points“ (CP) gemessen. Wer rumhängt kriegt keine Punkte - in Italien genauso wenig wie in Deutschland.

Fußnote, die. Das Kleingedruckte unten auf der Seite einer wissenschaftlichen Arbeit. Damit es für die Studierenden nicht zu einfach wird, hat jedes Fach eigene Regeln, wie die Fußnoten auszusehen haben.

Grundstudium, das. In Magister-, Lehramts- und Diplomstudiengängen ist das Studium in Grund- und Hauptstudium gegliedert. In den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen wird das Studium in Basis- und Aufbaumodule gegliedert.

Hiwi, der. Keine lebensbedrohende Krankheit, sondern liebevolle Bezeichnung für wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte. Besonders gerne hält der gemeine Hiwi sich in Bibliotheken auf. Dort sitzt er an der Ausleihe und träumt davon, den Kommilitonen zu vermöbeln, der immer die Bücher für seine Magisterarbeit ganz hinten im Regal versteckt.

http: / /stellenboerse.uni-koeln.de

Immatrikulation, die. Einschreibung. Endlose Warteschlangen, undurchschaubare Bürokratie. Jeder, der sich erfolgreich für sein Studium immatrikuliert hat, weiß: Was jetzt kommt, kann eigentlich nur noch einfacher sein.

Juniorprofessur, die. Sie wurde 2002 eingeführt und ermöglicht

jungen Wissenschaftlern mit herausragender Promotion ohne die bisher übliche Habilitation als Professor einzusteigen. Das Modell ist aber umstritten.

Kommilitone, der. Bezeichnung für einen Mitstudierenden, lateinisch für „Waffenbruder“. Der Begriff stammt aus dem Mittelalter, als Studierende, mit einem Degen bewaffnet, zu den wenigen europäischen Universitäten reisten.

Langzeitstudent, der. Eine aussterbende Spezies mit extrem schlechtem Image. Beim Langzeitstudenten ist einfach alles lang: das Studium, die Haare, die Leitung und wahrscheinlich sogar das Vorstrafenregister. Natürlich schläft er auch lang und ist langweilig. So will es zumindest das Bild des Langzeitstudenten in der Öffentlichkeit. Dass Langzeitstudenten oft einfach nur viel arbeiten oder Kinder haben, wird dabei unterschlagen.

Matrikelnummer, die. Die Matrikel ist das Verzeichnis aller Studenten einer Hochschule. Jeder Student erhält bei der Einschreibung seine individuelle Nummer.

NC, der. Numerus Clausus: Begrenzung der Anzahl der Studienplätze, meist nach Abiturnote und Wartezeit.

O-Phase, die. Für Erstsemester bieten alle Fachbereiche Einführungsveranstaltungen an. Auf der Homepage der Kölner Uni findet man die Termine unter „Aktuell“, „Termine“ und hier ganz unten auf der Seite. Es lohnt sich auch nach Extra-Angeboten der einzelnen Fachschaften zu fragen!

 www.uni-koeln.de

Propädeutikum, das. In diesen Vorkursen werden die Grundlagen für den Beginn des Studiums wiederholt. Die Termine an der Kölner Universität finden sich unter den selben Rubriken wie die Orientierungsphase (siehe oben).

Qualität der Lehre, die. Immer mehr setzt sich auch in Deutschland die Erkenntnis durch, dass es der Qualität der Lehre nützt, wenn den Studierenden ermöglicht wird, die Lehr kräfte zu bewerten.

Repeti torium, das. Veranstaltung zur Wiederholung von Lehrstoff als Vorbereitung auf Prüfungen.

Sprechstunde, die. Nur bei sehr unbeliebten Professoren lohnt es sich, spontan zur Sprechstunde zu gehen. Auf jeden Fall ein paar Tage vorher in die Liste eintragen, die meistens an der Tür der Professoren oder Dozenten aushängt!

Tutorium, das. Gerade für Erstsemester ein Muss! Ältere Studierende bringen Anfängern die Grundlagen ihres Fachs bei. Meist kennen sie sich nicht nur mit mittelhochdeutscher Grammatik oder physikalischen Finessen aus, sondern wissen auch, wo man in Köln gut feiern kann.

UB, die. Abkürzung für Universitäts-Bibliothek (Offiziell: USB). Anfängerfehler: Alles zum Thema ausleihen, was jemals zum Thema geschrieben wurde. Das Referat dann doch nicht halten und die Bücher als Stütze für den Couchtisch benutzen. Irgendwann kommt dann eine „Aufforderung zur Buchrückgabe“ - dann sind allerdings schon zehn Euro pro Buch fällig. Zum Semesteranfang bietet die UB regelmäßig Führungen und „Crash-Kurse für Anfänger“ an.

 www.ub.uni-koeln.de

Vorlesungsverzeichnis, das. Hier sind sämtliche Veranstaltungen für das nächste Semester aufgelistet. Besser ist allerdings, auf das kommentierte Vorlesungsverzeichnis (KVV) der einzelnen Fachbereiche zu warten. Die sind nicht nur aktueller, sondern auch viel detaillierter. Eine Link-Liste der online verfügbaren Vorlesungsverzeichnisse ist auf der Website der Zentralen Studienberatung (ZSB) zu finden (siehe Z).

Wohnheim, das. Alle Gerüchte, die über Wohnheime kursieren, stimmen: fies verschmierte Küchen, Käfighaltung für Studenten, sexuelle Eskapaden und verkiffte Mitbewohner. Wer sich geschickt anstellt und etwas wartet, ergattert aber vielleicht einen Platz in einer Luxus-WG mit allen Annehmlichkeiten. Infos und Bilder gibt es beim Studentenwerk.

 www.kstw.de

Xx, römische Numerierung. Hörsäle und Seminarräume zu finden ist eine Wissenschaft für sich. Mit römischen Zahlen sind die Hörsäle im so genannten Wiso-Schlauch gekennzeichnet. Ihn zu finden ist aber noch vergleichsweise einfach. Für Fortgeschrittene ist das Bibliotheksgebäude - im Vorlesungsverzeichnis gekennzeichnet durch „B“. Wer diese Räume findet, hat echte Pfadfinderqualitäten.

Y-Chromosom, das. Eine gute Voraussetzung für die wissenschaftliche Karriere. Mit 13,5 Prozent liegt der Anteil der Professorinnen in NRW knapp unter dem Bundesdurchschnitt. Dabei sind über die Hälfte der Studienanfänger Frauen.

Zentrale Studienberatung, die. Gerade bei Irrungen und Wirrungen zu Beginn des Studiums gilt: besser einmal öfter hingehen. In Köln nichts für Langschläfer: nach 12 Uhr geht nichts mehr.

http: / /verwaltung.uni-koeln.de / abteilung21 / content /



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