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Eine Frage der Ehrlichkeit

Von ANDREAS DAMM, 30.10.06, 06:45h

CDU-Chef Walter Reinarz musste einräumen, die Parteimitglieder 2004 nicht über Personalabsprachen mit der SPD informiert zu haben. Die Parteispitze hält zu ihm - Ehrlichkeit zur Basis scheint nicht nötig zu sein.

Am Ende haben ihn seine Unwahrheiten eingeholt. CDU-Chef Walter Reinarz musste einräumen, die Parteigremien, vor allem auch die Parteimitglieder nicht über wichtige Personalabsprachen mit dem früheren Bündnispartner SPD informiert zu haben. Er hat der Mitgliederversammlung vor der Abstimmung über eine Koalition Informationen vorenthalten, die für die Bewertung des Vertrages wichtig gewesen wären. Damit hat Reinarz seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel gesetzt.

Als Nachfolger des Lindenthaler Strippenziehers Richard Blömer war der KVB-Manager angetreten, um die heillos zerstrittenen Christdemokraten auf Reformkurs zu bringen. Er stehe für „Transparenz, personelle und inhaltliche Erneuerung und die größtmögliche Beteiligung der Parteimitglieder“, sagte er einmal in einem Interview. Wer mit diesem Anspruch um die Gunst des Parteivolks wirbt, muss sich daran messen lassen.

Noch zeigen die CDU-Oberen Korpsgeist. Man hat beschlossen, Reinarz treu zur Seite zu stehen. Die Wirkung ist fatal. Offenbar hält es längst nicht jeder an der Parteispitze für selbstverständlich, dass die Basis Ehrlichkeit verlangen darf.

Bericht Seite 32



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