Von BENJAMIN JESCHOR, 04.12.06, 17:47h
In den frühen Morgenstunden des 17. November 2003 soll der Angeklagte gemeinsam mit einem bislang unbekannten Mittäter einer Angestellten des Tankcenters in Spich aufgelauert haben. Als die Zeugin gegen sechs Uhr das Gebäude betrat, kamen die maskierten Täter laut Anklage hinzu und befahlen der Frau: „Hinsetzen und Schnauze halten!“ Mit Kabelbindern soll das Opfer von dem 52-Jährigen an einen Bürostuhl gefesselt worden sein.
An Bürostuhl gefesselt
Anschließend habe der Kompagnon Zigaretten im Wert von 1750 Euro aus den Regalen geräumt, während der Beschuldigte rund 3700 Euro aus der Kasse entnahm.
Bei der zweiten angeklagten Tat soll Hans G. alleine vorgegangen sein. In der Nacht auf den 21. Januar 2004 überfiel der Angeklagte einen 90 Jahre alten Zahnarzt, so die Staatsanwaltschaft. Dem im Bett liegenden Opfer seien Mund und Nase zugehalten worden, dann habe der Beschuldigte auf den alten Mann eingeschlagen. Als der 90-Jährige um Hilfe rief, soll G. ihn mit Klebeband gefesselt und geknebelt haben. Nachdem etwa 300 Euro Bargeld gefunden wurden, soll der Täter aus dem Haus geflüchtet sein.
Auf die Spur von Hans G. kamen die Ermittler durch mehrere gefundene DNA-Spuren. Sowohl auf den Kabelbindern als auch auf benutzten Latex-Handschuhresten konnte verwertbares Material gesichert werden. Da der Angeklagte mehrfach vorbestraft ist, war seine DNA bereits gespeichert.
Latex-Handschuhe
Daraufhin wurde ein Haftbefehl erlassen und der 52-Jährige musste im September 2005 zunächst in Untersuchungshaft. Inzwischen wurde er von der Haft verschont. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe werden von dem Krankenpfleger allesamt bestritten.
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