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Die kleine Welt der Puppen

Von UTA BÖKER, 05.12.06, 07:12h

Frechen - Feine weiße Spitzenkleidchen und rote Schleifen in geflochtenen Zöpfen. So sitzt die Tochter des Hauses am Tisch. Die Puppenidylle hinter Glas aus dem Jahr 1900 ist nur eine von vielen „kleinen Wohnwelten“, die ab Montag im Stadtarchiv zu sehen sind.

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Historische Puppenstuben haben es Petra König angetan. Zum ersten Mal zeigt sie ihre große private Sammlung öffentlich im Frechener Stadtarchiv.
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Historische Puppenstuben haben es Petra König angetan. Zum ersten Mal zeigt sie ihre große private Sammlung öffentlich im Frechener Stadtarchiv.
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Historische Puppenstuben haben es Petra König angetan. Zum ersten Mal zeigt sie ihre große private Sammlung öffentlich im Frechener Stadtarchiv. BILD: BÖKER
Frechen - Vornehm geht es zu bei der kleinen weihnachtlichen Kaffeegesellschaft: Im feinen weißen Spitzenkleidchen und roten Schleifen in den geflochtenen Zöpfen sitzt die Tochter des Hauses mit ihrem jüngeren Bruder am Tisch. Die Tischdecke ist rot bestickt, die Stühle mit rotem Samt überzogen. Auf dem Klavier steht ein Foto von Kaiser Wilhelm. Der Tannenbaum ist festlich geschmückt. Fast glaubt man, die Kerzen brennen zu sehen.

Die Puppenidylle hinter Glas aus dem Jahr 1900 ist nur eine von vielen „kleinen Wohnwelten“, die ab heute im Stadtarchiv zu sehen sind. Genau genommen sind es 22 Puppenstuben mit 33 Zimmern, sagt Petra König. Dazu kommen historische Kaufmannsläden, Puppen, Teddys, eine Ritterburg, ein kleines Lazarett aus dem Ersten Weltkrieg und alte Postkarten - das Foyer des Gebäudes hat sich in ein Kinderzimmer verwandelt. Stadtarchivar Hans Richarz hat Petra König überredet, ihre private Sammlung vom Dachboden zu holen, damit auch andere Menschen eine Freude an diesen Schätzchen haben. „Das Mobiliar, die Küchengeräte und die Kleidung erzählen viel über vergangene Zeiten und Lebensgewohnheiten“, sagt Richarz. Viel Geduld und Fingerspitzengefühl brauchten die ehrenamtlichen Helfer der Geschichtswerkstatt, als sie der Frechenerin beim Aufbau halfen.

Die Sammelleidenschaft der 44-Jährigen begann vor 25 Jahren in Hameln, als sie in einem Antik-Laden eine alte Puppe fand. Sie sollte das gerade zusammengesparte Biedermeiersofa zieren. Später ließ sie sich von der Ausstrahlung alter Puppenstuben faszinieren. Ihre heutige Sammlung ist das Resultat unzähliger Flohmarktbesuche, Haushaltsauflösungen sowie von Geschenken von Freunden. „Es war schon immer ein stiller Traum, die Gegenstände einmal auszustellen“, sagt Petra König. Alle Teile, auch Stoffe und Tapeten stammen aus der Zeit von 1850 bis 1950. Petra König hat die Gehäuse selbst bestückt und eingerichtet. Das ist es auch, was der Krankenschwester Spaß macht. Mit Puppen habe sie eigentlich noch nie gerne gespielt, auch nicht als Kind.

Die Ausstellung „Kleine Wohnwelten“ im Stadtarchiv, Hauptstraße 110-112, ist bis zum 31. Januar, montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr sowie an den beiden Adventssonntagen, 10. und 17. Dezember, 14 bis 17 Uhr, geöffnet.



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