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Mutter tötet Säugling im Badezimmer

Von TIM STINAUER, 27.12.06, 20:43h

Die Polizei ermittelt wegen Totschlags gegen eine 26 Jahre alte Frau aus Buchheim. Ihr Kind erstickte und kühlte aus, weil die Mutter es in Laken eingewickelt und allein im Badezimmer zurückgelassen haben soll.

Bild: Stinauer
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Die Familie lebt in der rechten Dachgeschosswohnung mit der dunklen Satellitenschüssel vor dem Fenster.
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Die Familie lebt in der rechten Dachgeschosswohnung mit der dunklen Satellitenschüssel vor dem Fenster.
Das Kind erstickte und kühlte aus, weil die Mutter es in Laken eingewickelt und allein im Badezimmer zurückgelassen haben soll.

Die Polizei ermittelt wegen Totschlags gegen eine 26 Jahre alte Frau aus Buchheim. Tabea B. steht im Verdacht, am zweiten Weihnachtstag ihr Neugeborenes in der eigenen Wohnung getötet zu haben. Seit gestern Nachmittag sitzt die dreifache Mutter in Untersuchungshaft. Gegen den Ehemann ermittelt die Polizei wegen unterlassener Hilfeleistung. Wie Tabea B. in ihrer Vernehmung aussagte, habe sie die Tat „aus Scham“ vor ihrem Ehemann begangen, da er nicht der Vater des Kindes sei. Was genau sie damit meint, müssen weitere Befragungen durch die Polizei ergeben. „Sie hat in ihrer Vernehmung viele Fragen offengelassen“, berichtete ein Ermittler.

Mit ihren drei Kindern (1, 3, 5) und ihrem Ehemann Djamel S. (36) lebte die 26-Jährige in einer Dachgeschosswohnung in einem vierstöckigen Mehrfamilienhaus in Buchheim. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten, hatte Tabea B. ihre gesunde Tochter Dienstagvormittag im Badezimmer zur Welt gebracht - offenbar unbemerkt von ihrem Mann, der sich ebenfalls in der Wohnung aufhielt. Die 26-Jährige wickelte das Baby in Laken und legte es auf den Boden, sagte Polizeisprecher Wolfgang Baldes. Anschließend reinigte sich die Mutter, machte die Toilette sauber „und verließ das Bad, ohne sich weiter um ihr Neugeborenes zu kümmern“. Kurz darauf soll Djamel S. Geräusche aus dem Badezimmer gehört haben. Als er den Säugling sah, soll er einen Freund angerufen haben, um sich zu beratschlagen. Erst nach dem Telefonat, um 11.55 Uhr, rief der 36-Jährige einen Notarzt. Die Rettungskräfte versuchten, den Säugling zu reanimieren, doch die Hilfe kam zu spät. Eine Obduktion ergab, dass das Mädchen äußerlich unverletzt und lebensfähig war. Nach Auskunft der Ärzte starb es an den Folgen einer Unterkühlung und weil es durch die Laken nicht richtig atmen konnte.

Viele Fragen sind noch ungeklärt - zum Beispiel, ob die Ärzte das Mädchen hätten retten können, wenn der Ehemann den Notruf früher gewählt hätte. Ebenso ungewiss ist, ob Djamel S. von der Schwangerschaft seiner Frau wusste. Er soll eingeräumt haben, die Schwangerschaft „geahnt“, aber mit seiner Frau nicht darüber gesprochen zu haben. Djamel S. ist der Vater zweier der drei anderen Kinder von Tabea B. Nachbarn berichteten, das Paar hätte sich häufig gestritten. „Einmal haben sie im Zoff das Waschbecken aus der Wand gerissen“, erzählte eine Hausbewohnerin. Weil die Wohnung in Buchheim von der Polizei versiegelt wurde, wohnt der Mann derzeit mit den Kindern bei einem Bekannten. „Das Jugendamt wird ihm Hilfe anbieten“, sagte eine Stadtsprecherin.



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