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Kubaner sind als Gäste nicht willkommen

Von HANNES GAMILLSCHEG, 08.01.07, 06:57h

Gäste aus Übersee wurden von Hotel abgewiesen: Seit dem vergangenen Frühjahr gehört Scandic zum amerikanischen Hilton-Konzern, und daher gelten nun US-Regeln in Skandinaviens größter Hotelkette.

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Kein Zutritt für Kubaner: das Hotel „Edderkoppen“.
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Kein Zutritt für Kubaner: das Hotel „Edderkoppen“.
Gäste aus Übersee wurden von Hotel abgewiesen. Scandic-Gruppe beugt sich den Regeln des US-Eigners Hilton.

Kopenhagen - Fünf Jahre lang war die kubanische Delegation im Osloer Scandic-Hotel „Edderkoppen“ abgestiegen, wenn sie zur jährlichen Tourismus-Messe nach Lillestrøm kam. Doch als die 14 Mann starke Gruppe vor der Neuauflage in dieser Woche dort wieder ihre Zimmer buchen wollte, war sie auf einmal nicht mehr willkommen. Seit dem vergangenen Frühjahr gehört Scandic zum amerikanischen Hilton-Konzern, und daher gelten nun US-Regeln in Skandinaviens größter Hotelkette.

Die Aufnahme der Kubaner in dem norwegischen Hotel hätte gegen den Handelsboykott verstoßen, „dem wir als US-Gesellschaft zu folgen verpflichtet sind“, erklärte die Hilton-Sprecherin Linda Bain. Geir Lundkvist, Scandics Nordeuropa-Manager, bestätigt den Zusammenhang, ohne den Fall weiter kommentieren zu wollen: „Wir haben ihnen Zimmer in einem anderen Hotel verschafft, und damit sind sie hoffentlich zufrieden.“

Doch so einfach machen es dem Norweger weder die abgewiesenen Gäste noch die eigenen Landsleute. In kubanischen Medien macht der Fall Schlagzeilen. „In Europa bestimmt Helms-Burton“, schrieb die Zeitung Granma unter Hinweis auf das Gesetz, das Handelsbeziehungen von US-Unternehmen zu Kuba unter Strafe stellt.

Auch in Oslo hagelt es Proteste. „Völlig unakzeptabel“ nennt Raymond Johanson, Staatssekretär im Außenministerium, die Abweisung der Gäste aus dem Karibikstaat. „Das klingt nicht, als ob die norwegischen Regeln eingehalten wurden.“ Das Antirassistische Zentrum hat Anzeige gegen Scandic erstattet: „Nach Paragraph 349a des Strafgesetzes darf niemandem auf Grund von Staatsbürgerschaft oder ethnischer Zugehörigkeit der Zutritt verwehrt werden“, sagt dessen Leiter Henrik Lunde.

Der Gewerkschaftsdachverband LO fordert die Regierung auf, gegen die „gesetzwidrige Blockade“ einzugreifen, und der Verband der Kommunalarbeiter antwortet auf den Boykott mit einem Boykott. Er hat insgesamt fast 500 Zimmer in Scandic-Hotels wieder abbestellt, die man für mehrere Konferenzen gebucht hatte. „Es ist unannehmbar, dass die USA einer ganzen Welt ihre Politik aufdrücken wollen. Wir sind scharfe der Kuba-Blockade“, sagt Vizevorsitzende Anne-Grethe Skårdal.

„Die Angestellten in der Buchungsabteilung waren verzweifelt, aber sie hatten ihre Befehle von oben“, sagte einer der kubanischen Gäste der Zeitung „VG“. „Auch in Schweden hätten die Kubaner ein Nein bekommen“, sagt Christina Kallgren aus der Hilton-Informationsabteilung, doch Peter Egardh von der Schwedischen Handelskammer erwidert: „In Schweden gilt schwedisches Recht, und zu diskriminieren ist hier ebenso verboten wie in Norwegen.“

Bei Hilton bestreitet man, dass die Befolgung der US-Gesetze gegen das Diskriminierungsverbot verstoße. Doch Jens Eikaas, Chef der Rechtsabteilung im Osloer Außenministerium, hat Einwände: „Es steht Hotels frei zu bestimmen, wen man als Gäste haben will, solange sie im Rahmen der norwegischen Gesetze operieren. Doch die US-Gesetzgebung kann nicht als Grundlage für Unternehmen in Norwegen gelten, wenn sie gegen hiesiges Recht verstößt.“



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