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Ein Hochseetraum in dunklem Rot

Von SUSANNE KREITZ, 24.01.07, 11:04h, aktualisiert 24.01.07, 11:07h

Beschauliches Angeln, faszinierendes Tauchen und Leistungssport auf hoher See. Die weltgrößte Wassersportmesse „Boot“ in Düsseldorf zeigt Trendiges und Traditionelles. Eindeutiger Star in Halle 6 ist die „Bandido“.

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Fast 27 Meter lang und 160 Tonnen schwer ist die „Bandido“.
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Fast 27 Meter lang und 160 Tonnen schwer ist die „Bandido“.
Das beste Stück war schon vor der Eröffnung weg: Sechs Millionen Euro hat ein Russe Ende voriger Woche auf den Tisch gelegt - na ja, er wird's überwiesen haben - und ist nun Besitzer von „Bandido“, dem „Traum in Rot“, wie es im Hochglanz-Katalog der Yachtagentur Drettmann GmbH aus Bremen heißt. 26,80 Meter lang, 160 Tonnen schwer, 12,20 Meter über der Wasserlinie, innen und außen Luxus pur auf vier Etagen. Gebaut wurde der Luxusliner in Taiwan, bei Jong Shyn Shipbuilding, spezialisiert auf den Bau von Stahlschiffen für die industrielle Hochseefischerei. „Ihr seid alles kleine Banditen“, scherzte der englische Entwicklungsleiter vor Ort, und so bekam das Schiff seinen Namen.

„Das ist ja schlimmer als beim Zahnarzt“, mault ein Besucher, der gerade erfahren hat, dass Besichtigung nur nach Voranmeldung möglich ist. Doch auch mit Termin - am Vortag ausgemacht - lässt man uns warten, bis wir endlich auf Socken aufs Allerheiligste dürfen. „Ich hoffe, Sie verlaufen sich nicht“, weist Pressebetreuerin Irene Mamic den Weg. Die Bandido ist keine Yacht, sondern ein „Reise-und Expeditionsschiff“, nicht zuletzt wegen ihres Stahlrumpfes auch für Atlantiküberquerungen geeignet. Für den nötigen Antrieb sorgen zwei je 560 PS starke Caterpillar-Dieselmotoren. Größere Ausflüge sind kein Problem: 26 Tonnen fasst der Dieseltank, im Frischwassertank können 2400 Liter gebunkert werden. Die Ausstattung ist vom Feinsten, im Außenbereich elegante Korbsessel, im Salon ein Sandstein-Boden, die Stühle sind mit Straußen-, die Sessel mit Büffelleder bezogen, alles Ton in Ton in dezenten Beigetönen. Selbstverständlich hat jede Kabine ihr eigenes Bad, die Eigner-Kabine verfügt auch über einen begehbaren Kleiderschrank. Wer sonst nur Charteryachten kennt, gerät selbst bei der Koje für die Crew ins Schwärmen, Platz satt, keine Gefahr, sich den Kopf zu stoßen, eine Duschkabine auch für stabilere Gestalten. Damit das Personal ungestört Frühstück machen kann, führt eine separate Treppe direkt in die Küche. Drei große Kühlschränke signalisieren, dass der Champagner auch für längere Törns gut temperiert werden kann.

Wer eher dem Segelsport zugetan ist, wird sich beim Anblick der „Oleana“ überlegen, ob er nicht mal wieder einen Lottoschein ausfüllen soll. Die „Zaca 73'“ der Dutch Yacht Builders ist gut 25 Meter lang, 5,85 Meter breit, das Schwert kann im Hafen von vier auf 1,90 Meter hochgezogen werden. Im Cockpit hat eine Großfamilie Platz, der Eigner, ein norwegischer Geschäftsmann, hat die Yacht vier Jahre mit Frau und zwei Kindern über die Weltmeere geschippert. Für die Innenausstattung zeichnet Olivier F. van Meer, Enkhuizen, verantwortlich, gediegene Eleganz auf verschiedenen Ebenen. Und wenn's ein wenig frisch wird: Im Salon steht ein Kaminofen. 2,7 Millionen Euro kostet der Segel-Spaß. Da muss die individuell gefertigte Bettwäsche aus Halle 4 - Spannbettlaken ab 29 Euro, Bettbezüge ab 105 Euro, natürlich mit aufgesticktem Schiffsnamen - allemal noch drin sein.

Traum eines jeden Seglers sind die Ausnahmeschiffe des niederländischen Schiffsbauers Jongert. Wer die im Original sehen will, muss allerdings auf die Wieringerwerft in Kluisgat - oder nach St. Tropez fahren. Auf der boot zeigt Jongert nur Modelle, deren Preis auch schon für eine größere Kreuzfahrt reichen dürfte.

Aber träumen darf man ja. Das kleinste Boot des italienischen Bootsbauers Riva „Aquariva“ kostet 519 792 Euro, die Segelyacht 342 von Hallberg-Rassy nur 174 930 Euro, und der putzige Verdränger Viking Cruiser ist mit 29 990 Euro fast schon erschwinglich. Immer noch zu teuer? Vielleicht lohnt ein Blick auf die vielen Aushänge „Gebraucht zu verkaufen“. Und dann wären da noch die Riva-Nachbauten im Modellformat, Messepreis 399 statt 599 Euro. Ein Schnäppchen.



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