Erstellt 24.01.07, 21:06h
Der KölnChor, der Rheinische Kammerchor, Vokalensemble und Kinderchor des Hildegard-von-Bingen-Gymnasiums gefielen mit präziser Aussprache, schlankem Ton und rhythmischer Präzision. Auch die Bochumer Symphoniker, die gute Solisten (Flöte) aufboten, passten, wo nötig, auch mal durch ein kammermusikalisches Nadelör.
Grelle Aktionen
So erlebte man Orffs Mittelalter-Impressionen von 1937 als fesselndes Welttheater, mit grellen Aktionen wie im Rahmenchor „O Fortuna!“ neben scheuen Passagen, mit zarten Frühlingsliedern neben derben Burlesken und schön spitz artikulierten Spottgesängen. Für knisternde Erotik sorgte wieder die Sopranistin Adreana Kraschewski. Bernhard Schneider imponierte im Falsett als gebratener Schwan. Und Thomas Laske hat seine Kneipensoli komödiantisch weiter ausgebaut, als besoffen psalmodierender Abt amüsierte er mehr denn je. Die „Carmina“ dauern bei zügigen Tempi nur eine Stunde.
Als Beiwerk wählen Dirigenten gern weniger bekannte Musik. Da ging nun Siegenbrink mit britischen Krönungsmusiken in die Vollen. Zwar wackelte noch manches in William Waltons Marsch „Orb and Sceptre“ (1953). Aber Edward Elgars „Coronation Ode“ (1902) mit dem Hit „Land of Hope and Glory“ (schönes Altsolo: Rena Kleifeld) riss wohl selbst eingefleischte Demokraten vom Stuhl. Riesiger Jubel.
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