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Eine Betäubung ist zu riskant

Erstellt 29.01.07, 17:25h, aktualisiert 30.01.07, 11:48h

Rhein-Sieg - Seit Orkan Kyrill vermissen die Troisdorfer ein Hirschrudel, das aus dem Gehege an der Burg Wissem ausbüxte. Der Leiter des Forstamts Wahner Heide schätzt die Chancen auf eine Rückkehr der Tiere ein.

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Kehren der Hirsch und die fünf Kühe zurück?
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Kehren der Hirsch und die fünf Kühe zurück?
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Forstamtsleiter Jörg Pape
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Seit dem Orkan Kyrill vermissen die Troisdorfer ein Hirschrudel, das aus dem Gehege an der Burg Wissem ausbüxte. Jörg Pape, Leiter des Bundesforstamts Wahner Heide, schätzt die Chancen auf eine Rückkehr der Tiere ein ein.

RHEIN-SIEG-ANZEIGER: Spaziergänger melden sich täglich bei der Stadtverwaltung, weil sie die vermissten Tier gesehen haben wollen, zuletzt am Waldfriedhof. Glauben Sie, dass sie zurückkommen?

JÖRG PAPE: Das ist nicht unrealistisch, weil sich das Rudel nicht weit vom Hirschpark entfernen wird und das Gatter kennt. Andererseits zieht auch unser Rotwild aus der Heide bis an das Gehege. Die Zerstörungen durch den Orkan haben zu sehr viel Unruhe geführt, das Wild wandert und sucht sich neuen Lebensraum.

Wie kommen die Tiere, die ja nur die Gefangenschaft kennen, in freier Wildbahn mit Nahrungssuche und Rivalen zurecht?

PAPE: Die werden so viele Eicheln im Wald finden, dass sie bestimmt nicht aus Hunger zurückkehren. Der Hirsch hat zudem ein recht großes Geweih. Wenn er es im Februar oder März abwirft, werden seine wilden Artgenossen seine Körpergröße schätzen. Hirsche merken schnell, wenn sie unterlegen sind. Es kann aber auch sein, dass er seine fünf Kühe verliert. Bei den Kämpfen geht es sehr hart zu.

Was haben die Tiere von Ihnen als Jäger zu befürchten?

PAPE: Im Moment nichts. Die Jagdzeit dauert zwar vom 1. August bis zum 31. Januar, wir beschränken uns aber auf zwei Monate zwischen Ende Oktober und Ende Dezember. Das reicht, um den Bestand von etwa 75 Stück Rotwild im Sommer zu kontrollieren.

Kann man das Rudel nicht mit einem Betäubungsgewehr zur Strecke bringen?

PAPE: Das wäre zu riskant. Es kann 15 bis 20 Minuten dauern, bis die Narkosemunition wirkt. Die Gefahr, dass die Tiere weglaufen, ist zu groß, denn der Tierarzt muss ihnen eine Wiederbelebungsspritze geben.

Freuen Sie sich über den unverhofften Zulauf?

PAPE: Nein, im Gegenteil. Die Tiere stammen nicht von hier und bringen ganz anderes Gengut mit. Das Rheinische Rotwild in der Heide ist ein Bestand, der sich über viele Jahrhunderte entwickelt hat.

Wie können Stadtverwaltung und Bürger helfen?

PAPE: Es ist auf jeden Fall richtig, das Gatter offen zu halten. Versuche, die Tiere zu lenken, haben aber keinen Sinn. Hilfreich sind auch Spaziergänger, die sich melden, wenn sie die Tiere sehen. Allerdings muss man zurzeit sehr vorsichtig sein und sollte nur auf sicheren Wegen und bei Wind gar nicht spazieren gehen. Autofahrer sollten jetzt besonders vorsichtig fahren.

Das Gespräch führte

Andreas Helfer



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