Von Helmut Gote, 23.11.06, 13:58h, aktualisiert 11.07.11, 14:28h
Aber darüber jetzt mehr zu schreiben würde bedeuten, Eulen nach Athen zu tragen. Deswegen verlassen Sie sich einfach auf Iris Giessauf, eine Wirtin wie aus dem Bilderbuch, die sie in ihrem charmanten steirischen Dialekt viel schöner berät als ich. Für die Küche ist ihr Kölner Lebensgefährte Andreas Esser zuständig, der schnörkellos und frisch zubereitete Gasthausgerichte serviert. Weil sein Anspruch an die Qualität der verwendeten Produkte hoch ist und er außerdem gekonnt würzt, hat alles, was ich probiert habe, sehr gut geschmeckt: die delikate, steirische Sülze vom Schweinskopf (vier Euro), die Kaninchenrillettes (3,50 Euro), und die cremige Steinpilzkartoffelsuppe ebenso wie der Matjes (7,50 Euro) mit roten Currylinsen. Wenn Sie diese Vorspeisen als kleine Portionen bestellen, schaffen Sie auch die üppigen Hauptgänge: das dicke Kotelett vom Bioschwein (12,50 Euro) mit seinem unwiderstehlich aromatischen Fettrand und den Röstkartoffeln oder das halbierte Perlhuhn mit schwarzen Linsen und Schupfnudeln (14 Euro). Ausschließlich sonntags bekommen Sie das Original Wiener Schnitzel (16,50 Euro) - es war das beste meines Lebens: in Butterschmalz gebraten, die Panade aus Semmelbröseln perfekt um das zarte Kalbfleisch gewellt, mit zwei verschiedenen Salaten aus kleinen Kartoffeln angerichtet - der eine mit Salatgurke, der andere mit Käferbohnen und Kürbiskernöl.
Das Essers ist einmalig
Falls Sie danach noch den erstklassigen Zwetschgenknödel (vier Euro) nach dem Rezept der österreichischen Starköchin Johanna Maier schaffen, kommen Sie vermutlich auch nicht an einem der tollen Schnäpse vorbei. Und bevor mir jetzt endgültig das Lob ausgeht: Es gibt viele Gasthäuser in Köln, von denen eine ganze Reihe empfehlenswert sind, aber das Essers ist einmalig.
Das Restaurant
Essers Gasthaus
Ottostr. 72
Köln
Tel.: 02 21/42 59 54
Öffnungszeiten:
täglich ab 17.30 Uhr
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