Schriftgröße

Restaurant-Kritik

Zu Fuß zum Essers

Von Helmut Gote, 23.11.06, 13:58h, aktualisiert 11.07.11, 14:28h

Eine beeindruckende Weinauswahl und schnörkellose Gerichte bekommt man im „Essers Gasthaus” serviert und präsentiert. Die Expertenmeinung über das Restaurant in der Ottostraße.

Bild: KStA
Bild vergrößern
Bild: KStA
Bild verkleinern
Schon die vielen leeren Flaschen auf der langen Fensterbank signalisieren: Hier trinken die Besitzer des Gasthauses ihren Wein auch gerne selbst, und das ist erst mal keine schlechte Voraussetzung für die Weinauswahl. Glücklicherweise sind noch mehr volle Flaschen übrig, die in der beeindruckenden Weinkarte stehen. Rund 60 Weine aus Deutschland und Österreich, die so kompetent ausgewählt sind, dass ich mich kaum entscheiden konnte, welchen ich zuerst bestellen sollte. Außerdem sind sie dermaßen trinkfreundlich kalkuliert, dass Sie dieses Gasthaus auf gar keinen Fall mit dem Auto ansteuern sollten. Die meisten Flaschen liegen tatsächlich unter 20 Euro, die offenen starten bei 2,90 Euro (0,15l). Dafür bekommen Sie schon einen guten grünen Veltliner, aber probieren Sie unbedingt mal den "Steirischen Satz" (3,70 Euro), eine würzige Cuvée aus Weißburgunder, Sauvignon und Muskateller, oder den "Red" (4,10 Euro), eine sehr süffige Mischung aus Blaufränkisch und Zweigelt. Überhaupt würde ich Ihnen hier trotz meiner generellen Vorliebe für deutsche Weine die österreichischen Flaschen empfehlen, weil Sie die, wenn überhaupt, anderswo nur selten bekommen werden.

Aber darüber jetzt mehr zu schreiben würde bedeuten, Eulen nach Athen zu tragen. Deswegen verlassen Sie sich einfach auf Iris Giessauf, eine Wirtin wie aus dem Bilderbuch, die sie in ihrem charmanten steirischen Dialekt viel schöner berät als ich. Für die Küche ist ihr Kölner Lebensgefährte Andreas Esser zuständig, der schnörkellos und frisch zubereitete Gasthausgerichte serviert. Weil sein Anspruch an die Qualität der verwendeten Produkte hoch ist und er außerdem gekonnt würzt, hat alles, was ich probiert habe, sehr gut geschmeckt: die delikate, steirische Sülze vom Schweinskopf (vier Euro), die Kaninchenrillettes (3,50 Euro), und die cremige Steinpilzkartoffelsuppe ebenso wie der Matjes (7,50 Euro) mit roten Currylinsen. Wenn Sie diese Vorspeisen als kleine Portionen bestellen, schaffen Sie auch die üppigen Hauptgänge: das dicke Kotelett vom Bioschwein (12,50 Euro) mit seinem unwiderstehlich aromatischen Fettrand und den Röstkartoffeln oder das halbierte Perlhuhn mit schwarzen Linsen und Schupfnudeln (14 Euro). Ausschließlich sonntags bekommen Sie das Original Wiener Schnitzel (16,50 Euro) - es war das beste meines Lebens: in Butterschmalz gebraten, die Panade aus Semmelbröseln perfekt um das zarte Kalbfleisch gewellt, mit zwei verschiedenen Salaten aus kleinen Kartoffeln angerichtet - der eine mit Salatgurke, der andere mit Käferbohnen und Kürbiskernöl.

Das Essers ist einmalig

Falls Sie danach noch den erstklassigen Zwetschgenknödel (vier Euro) nach dem Rezept der österreichischen Starköchin Johanna Maier schaffen, kommen Sie vermutlich auch nicht an einem der tollen Schnäpse vorbei. Und bevor mir jetzt endgültig das Lob ausgeht: Es gibt viele Gasthäuser in Köln, von denen eine ganze Reihe empfehlenswert sind, aber das Essers ist einmalig.

Das Restaurant

Essers Gasthaus
Ottostr. 72
Köln

Tel.: 02 21/42 59 54

Öffnungszeiten:
täglich ab 17.30 Uhr



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Anzeige


Serie


Service


Aktion


Kulinarische Ideen


Das Magazin auf Facebook

Das Magazin auf Facebook

Die Kochshow auf ksta.tv


Extra


Serie


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Magazin-Bildergalerien


Dienste