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Orkan legte Deutschland lahm

Erstellt 17.01.07, 21:51h, aktualisiert 19.01.07, 12:38h

Einer der schwersten Stürme der letzten 20 Jahre fegte über Deutschland und andere europäische Länder hinweg. 35 Menschen starben bei dem verheerenden Orkan, der Geschwindigkeiten von rund 202 km/h erreichte. Der Schienenverkehr im Land stand zum ersten Mal in der Geschichte der Bahn fast völlig still. Informationen aus der Region im Sturm-Ticker von KSTA-Online.

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Feuerwehrmänner betrachten in Hannover die Fassade eines Krankenhauses, an der Reste eines Baugerüstes hängen.
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Feuerwehrmänner betrachten in Hannover die Fassade eines Krankenhauses, an der Reste eines Baugerüstes hängen.
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Ein Lkw kippte im Rhein-Erft-Kreis um, obwohl der Fahrer nur mit 30 km/h unterwegs war.
Sturm in Düsseldorf
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Passanten schützen sich in Düsseldorf vor dem starken Wind.
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Sturm in Düsseldorf
Hamburg - Orkantief "Kyrill" hat auf seinem Weg über Deutschland vor allem im Binnenland schwere Schäden verursacht und den Bahnverkehr bundesweit zum Erliegen gebracht. Im schwersten Orkan seit Jahren kamen am Donnerstag und Freitag in Deutschland mindestens zehn Menschen ums Leben. Insgesamt starben europaweit mindestens 35 Menschen. Während die Küstenregionen vergleichsweise glimpflich davon kamen, verursachten abgedeckte Dächer, zerfetzte Stromleitungen und entwurzelte Bäume im Binnenland ein Verkehrschaos. Im neuen Berliner Hauptbahnhof stürzte ein tonnenschwerer Stahlträger aus 40 Metern Höhe auf eine Treppe im Eingangsbereich, verletzt wurde niemand. Der Bahnhof musste komplett gesperrt werden.

Nachdem "Kyrill" schneller als erwartet über das Land gezogen war, begannen überall die Aufräumarbeiten. Nach der bundesweiten Einstellung des Bahnverkehrs fuhren am Freitagmorgen auf einigen Hauptstrecken wieder die ersten Züge. "Mit Fahrzeitverlängerungen ist zu rechnen, da die ersten Züge noch vorsichtig fahren", sagte Bahn-Sprecher Ole Constantinescu in Hamburg. In Bayern werden Aufräumarbeiten den ganzen Freitag über den Bahnverkehr behindern. Wie die Deutsche Bahn am Morgen mitteilte, sind die meisten Strecken dort wegen umgestürzter Bäume und herabgerissener Oberleitungen unbefahrbar.

In den deutschen Küstenregionen, die sich auf einen schweren Kampf mit den Elementen eingerichtet hatten, hielten sich die Schäden in Grenzen. Die Sturmflut auf der Nordseeinsel Sylt war weniger schlimm als erwartet. Auf den ostfriesischen Inseln Norderney und Borkum blieb die befürchtete schwere Sturmflut aus.

In Bayern fiel am Freitag der Unterreicht an allen öffentlichen Schulen aus. Die Autobahn 8 wurde zwischen Neukirchen und Traunstein komplett gesperrt. In Sachsen waren am Freitag rund 16 000 Haushalte in mehreren Landkreisen noch immer ohne Strom. In Sachsen-Anhalt wurden landesweit zahllose Bäume und Strommasten von der Wucht des Orkans umgerissen. Auf dem Brocken erreichte der Orkan Geschwindigkeiten von rund 200 Kilometern pro Stunde. Der gesamte Oberharz war am Freitagmorgen nach Polizeiangaben nicht erreichbar, weil die Straßen durch umgestürzte Bäume blockiert waren. In Nordrhein-Westfalen, wo vier Menschen durch den Orkan ums Leben kamen und 126 verletzt wurden, sprachen die Behörden in einer ersten Bilanz von einem Sachschaden von 29 Millionen Euro.

"Kyrill" (altgriechisch: "Der Herr") - einer der schwersten Stürme der vergangenen 20 Jahre über Deutschland und Europa - hatte nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia Spitzengeschwindigkeiten von 202 Kilometern pro Stunde erreicht. Auch in den Niederlanden, Frankreich und anderen europäischen Ländern hinterließ "Kyrill" Verwüstungen. Auf den britischen Inseln kamen durch "Kyrill" mindestens zwölf Menschen ums Leben, drei Tote gab es jeweils in den Niederlanden und in Tschechien, zwei in Frankreich und einer in Belgien. In Polen starben vier Menschen in dem Orkan.

Den Flugverkehr Europas wirbelte "Kyrill" ebenfalls durcheinander. Die Gesellschaften strichen hunderte Verbindungen. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt fielen mehr als 200 von 1300 Flügen aus. Im Ärmelkanal spielten sich dramatische Szenen ab, als der Container-Frachter "MS Napoli" wegen eines Motorschadens in Seenot geriet. Trotz meterhoher Wellen wurden alle 26 Seeleute gerettet. (dpa)



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