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WAZ-Geschäftsführer Schumann gestorben

Von MARKUS PETERS, 22.01.07, 17:30h, aktualisiert 22.01.07, 17:35h

Der langjährige Miteigentümer und Geschäftsführer der Essener Mediengruppe WAZ, Erich Schumann, ist ist imAlter von 76 Jahren gestorben. Vertreter von Politik und Medien würdigten den Medienmanager als "herausragende Verlegerpersönlichkeit".

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Erich Schumann mit Roller auf einem Foto aus dem Jahr 2004.
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Erich Schumann mit Roller auf einem Foto aus dem Jahr 2004.

Essen - Der langjährige Miteigentümer und Geschäftsführer der Essener Mediengruppe WAZ, Erich Schumann, ist tot. Schumann erlag am Sonntagabend im Alter von 76 Jahren den Folgen einer kurzen, schweren Krankheit, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Vertreter von Politik und Medien würdigten den Medienmanager als "herausragende Verlegerpersönlichkeit".

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) äußerte sich in Düsseldorf tief betroffen vom Tod Schumanns: "Er hat gemeinsam mit anderen die WAZ-Gruppe zu einem der erfolgreichsten Medienunternehmen Deutschlands ausgebaut. Auch sein Engagement für das Ruhrgebiet war herausragend. Er wird uns in Nordrhein-Westfalen sehr fehlen." Rüttgers erinnerte auch an den Einsatz Schumanns für die Aussöhnung mit Israel.

Die Vorsitzende der NRW-SPD, Hannelore Kraft, erinnerte an das soziale Engagement von Schumann: "Soziale Gerechtigkeit war unser gemeinsames Thema", sagte Kraft in Düsseldorf. Der WAZ-Miteigentümer sei ein durchsetzungsstarker, ideenreicher und enorm fleißiger Mann gewesen. "Er legte Wert auf die lokale Identität seiner Publikationen. Trotz aller Globalisierung, so sagte er einmal, sei die lokale Berichterstattung von enormer Bedeutung", sagte Kraft.

Der scheidende WDR-Intendant Fritz Pleitgen würdigte Schumann als "eine der herausragenden Verlegerpersönlichkeiten unserer Zeit". Er sei Pragmatiker und Visionär zugleich gewesen, erklärte Pleitgen am Montag in Köln. Mit Engagement, Willensstärke und Kreativität habe Schumann wesentlich dazu beigetragen, die WAZ in einem hart umkämpften Markt zu einem hoch angesehenen europäischen Unternehmen zu machen. "Mit Erich Schumann verlieren wir vom WDR einen anregenden Gesprächspartner, der wichtige gemeinsame Aktivitäten angestoßen hat, zum Vorteil Nordrhein-Westfalens," sagte Pleitgen weiter.

Derzeit erscheinen in der WAZ- Gruppe 38 Tageszeitungen sowie mehr als 108 Publikums- und Fachzeitschriften und zahlreiche Anzeigenblätter. Der Umsatz wird auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt.

In der Leitung der WAZ-Gruppe vertrat Erich Schumann zusammen mit Geschäftsführer Bodo Hombach die Familie Brost, die 50 Prozent der Anteile hält. Detlef Haaks, der Geschäftsführer des Familienstamms Funke, wechselt Anfang April zum Deutschen Sparkassen-Verlag. Die Familie Funke ist ebenfalls zu 50 Prozent Gesellschafter der WAZ-Gruppe.

Laut Medienberichten hatte sich der in Nürnberg geborene Schumann aus gesundheitlichen Gründen aus dem Tagesgeschäft zurückziehen wollen. Die Beisetzung soll im kleinen Kreis stattfinden. (ddp)



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