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Frust bei Wolfgang Bosbach

Von STEPHANIE PEINE, 06.02.07, 17:53h

Rhein-Berg - Nach der politischen Rückzugsankündigung von Friedrich Merz hat sich mit Wolfgang Bosbach ein weiterer CDU-Politiker frustriert über die Arbeit der großen Koalition geäußert.

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Wolfgang Bosbach ist unzufrieden mit seiner Partei.
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Wolfgang Bosbach ist unzufrieden mit seiner Partei.
Rhein-Berg - Nach der Ankündigung des Bundestagsabgeordneten Friedrich Merz, sich aus der Bundespolitik zurückziehen zu wollen, äußerte sich gestern auch überraschend ein Politiker frustriert über die Regierungsarbeit, den man eigentlich eher als rheinische Frohnatur kennt: Wolfgang Bosbach, CDU-Fraktionsvize in Berlin. „Die Gedanken, die Friedrich Merz bewogen haben, habe ich auch. Noch komme ich zu einer anderen Konsequenz“, hatte der in Bergisch Gladbach heimische Politiker verraten. In 14 Monaten Regierung habe sich mehr Frust angesammelt als in sieben Jahren Opposition. „Ich kann mich schlecht verbiegen“, erklärte Bosbach im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Dadurch gerate er immer wieder in das Dilemma, entweder loyal der Partei gegenüber zu sein und politische Entscheidungen nach außen vertreten zu müssen, von denen er selbst nicht überzeugt sei, oder bei seiner Haltung zu bleiben und sich dem Vorwurf der Illoyalität aussetzen zu müssen. „Das bringt einem schon die eine oder andere schlaflose Nacht“, gestand der 54-Jährige. Seinem Frust habe er einfach mal Luft verschaffen müssen: „Wenn Sie alles nur herunterschlucken, kriegen Sie irgendwann Magenschmerzen.“

Kaum hatte Bosbach seine Stimmungslage publik gemacht, schossen in seiner Heimatstadt die Spekulationen ins Kraut. Ob aus dem Bosbachschen Frust nicht Honig zu saugen sei? Wenn der Christdemokrat an der Spree nicht mehr so recht glücklich sei - ob er dann vielleicht an der Strunde....? In zwei Jahren stehen hier schließlich Bürgermeisterwahlen an - und ein weltgewandter Bosbach im bergischen Rathaus könne schließlich nicht schaden, meinte der eine. Der werde „die Zähne zusammenbeißen“ und weiter Bundespolitik machen, der andere.

CDU-Fraktionschef Peter Mömkes schob derlei Gedankenspielen schnell einen Riegel vor: Bosbach habe sich im Zusammenhang mit den Rückzugsankündigungen von Merz geäußert, mit dem Bosbach gut befreundet sei. „Ich glaube kaum, dass er uns die Chance gibt, ihn auf den Schild zu heben.“ Auch wenn das für die Stadt wünschenswert sei. Doch an dem politischen Schwergewicht Bosbach dürfte sich die Stadt wohl überheben.

Auch der Betroffene selbst winkte hastig ab. Er werde nicht „politisch desertieren“. Bosbach: „So groß kann der Frust gar nicht werden.“



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