Erstellt 31.01.07, 14:23h
Der deutsch-amerikanische Entertainer Ron Williams hat diese letzten 18 Minuten zu einem zweistündigen Musical über das Leben Kings verarbeitet. "Martin Luther King - The King of Love" heißt das Stück, das am Freitag in der Berliner Gedächtniskirche uraufgeführt wird und anschließend bis Mitte Juni auf Tournee durch Kirchen in ganz Deutschland geht. Ausgehend von den tödlichen Schüssen in Memphis erzählt das Musical in Rückblenden die Lebensgeschichte des Baptistenpredigers, der international vor allem durch seine Rede "I have a dream" berühmt geworden ist. "Man behauptet ja immer wieder, das man kurz vor dem Tod sein Leben wie in einem Zeitraffer noch einmal erlebt. Deshalb habe ich das Musical so geschrieben, dass die Zuschauer quasi in Kings Kopf sind, während sein Leben im Angesicht des Todes noch einmal vor seinem geistigen Auge abläuft", erklärt Williams, der im Musical auch als Hauptdarsteller zu sehen ist.
Das Stück zeigt auf eindringliche Weise die wichtigsten Stationen in Kings Vita: So erleben die Zuschauer die Hochzeit des frommen Predigers, sein Engagement als Pastor und seine ersten eigenen Erfahrungen mit dem Rassismus in den amerikanischen Südstaaten. Ebenso wie in Kings wahrem Leben stehen aber auch im Musical sein Aufstieg zur führenden Stimme der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und der Kampf gegen die Unterdrückung der schwarzen US-Bevölkerung im Mittelpunkt.
So vielfältig Kings Leben, so bunt ist auch die Musik, die Williams für das Musical komponiert hat. Neben Gospel und Soulballaden dominieren Country-Rock und Bluegrass als typische Südstaaten-Klänge. "Wir zeigen durch die verschiedenen Songs und Stimmungen Kings Stärken als Christ und seinen Versuch, über den Glauben soziale Themen zu besetzen", betont Williams, für den der Prediger der bedeutendste Amerikaner des 20. Jahrhunderts gewesen ist.
Ein ganz normaler Mensch Aber auch wenn Williams King zutiefst verehrt, will er keinen Heiligenschein über den Kämpfer für die Gleichberechtigung von Schwarz und Weiß hängen. "Man weiß immer noch zu wenig über ihn. Aber klar ist, dass King ein ganz normaler Mensch war und menschliche Schwächen hatte", so Williams. Auch dieser bislang "unbekannte King" solle durch das Musical portraitiert werden.
Schirmherr des Musicals ist der SPD-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck. Auch für ihn ist der Friedensnobelpreisträger von 1964 eine der großen Symbolfiguren des 20. Jahrhunderts. "Martin Luther King hat sich in vorbildlicher Weise gegen die Macht gestellt. Er war ein Beispiel, durch das ich selber politisch sozialisiert worden bin." Beck sieht das Musical deshalb auch als Chance, eine Antwort auf das in der heutigen Zeit vielerorts spürbare Suchen nach Werten und Orientierung zu geben.
Auch Williams will mit seinem Musical mehr erreichen als bloße Unterhaltung. Der politisch engagierte Entertainer, der von der aktuellen US-Regierung bitter enttäuscht ist, sieht sein Musical vor allem als Bekenntnis. Er möchte das gute Amerika zeigen, dessen Botschaften auch 39 Jahre nach Kings Tod noch immer hochaktuell seien: "Das Musical soll zeigen, dass Kings Traum eines gewaltlosen Zusammenlebens von Religionen und Völkern möglich ist, wenn Liebe, Vernunft und Toleranz die Grundlage des Handels sind."
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige

Frankfurter Rundschau
Protest gegen Urheberrechtsabkommen ACTA - 2000 demonstrieren in FrankfurtBundesweite Proteste gegen Urheberrechtsabkommen - „Legt ACTA ad acta“

EXPRESS
Rakete Reus kann spielen - Jetzt live! Gladbach gegen SchalkePolitiker mächtig jeck - Huch, wer ist denn dieser Punk?

Spiegel Online
Kairo: Alltagsroutine am Jahrestag des Mubarak-SturzesErziehung extrem: Amerikaner schießt Laptop seiner Tochter zusammen