Erstellt 15.02.07, 14:28h
Ein Ansatz besagt, die altdeutsche Schreibweise "eylf" habe die Zahl 11 zur Narrenzahl gemacht, denn sie soll den Jecken zurufen: "Ei, lustig, fröhlich". Dieser Spruch zierte schon 1381 das Siegel der Gründungsurkunde der Karnevalsgesellschaft zu Kleve.
Auch die römischen Ziffern XI sollen zum Aufstieg der 11 zur Narrenzahl beigetragen haben, denn durch sie sei die närrische Behauptung zu beweisen, dass die Hälfte von XI = VI ist. Andere sagen, der Schnapszahlcharakter mache den Charme der 11 aus.
Nach einer anderen Theorie hat die Zahl 11 ihren Ursprung in der christlichen Kirche. Die 11 ist das Sinnbild der Sünde, denn sie überschreitet die Zahl der zehn Gebote. Der Narr stand für die Kirche in seinem Verhalten während der Karnevalszeit außerhalb der religiösen Normen. Daher wurde mit ihm die Zahl 11 verbunden.
Dass der Karneval am 11.11. beginnt, hat nach einer Deutung ebenfalls einen religiösen Hintergrund. Der 11. Tag im November hat laut dieser Theorie schon immer den Auftakt zu einer Zeit markiert, deren Höhepunkt die Woche vor Aschermittwoch ist. Denn dieser Tag liegt genau 40 Tage vor Winteranfang, der zeitlich fast mit Weihnachten zusammenfällt. Von Weihnachten bis Mariä Lichtmess, das im Kalender den frühesten Fastnachtstermin markiert, sind es nochmals 40 Tage.
Eine andere Deutung ist weit profaner: Die Zunahme von Karnevalsvereinen und -veranstaltungen zwischen den Weltkriegen habe dazu geführt, dass der Beginn der Saison immer weiter nach vorne verlegt werden musste. Da die Zahl 11 zu dieser Zeit schon als allgemeine Narrenzahl etabliert war, verfielen die Jecken eben auf den 11.11.
(dpa)
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