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Vater vor seinen Kindern fast totgeschlagen

Von Tobias Morchner, 16.02.07, 12:51h, aktualisiert 17.02.07, 15:28h

Der 43-Jährige kämpft mit schweren Hirnverletzungen auf der Intensivstation des Klinikums Merheim um sein Leben. Er war gestern Abend in Köln-Ostheim an einer Telefonzelle von mehreren Jugendlichen brutal zusammengeschlagen worden. Die Polizei hat inzwischen vier 18- und 19-Jährige wegen Tatverdachts festgenommen.

Köln - Waldemar W. (43) hatte sich sehr auf den Freitag nach Weiberfastnacht gefreut. Nach langer Suche hatte der frühere Ford-Mitarbeiter endlich einen Ein-Euro-Job beim Grünflächenamt gefunden. Am Freitag sollte er seine Papiere bekommen, am Dienstag zum ersten Mal in den Parks der Stadt seine Arbeit aufnehmen.

Doch seit Donnerstagabend kämpft er auf der Intensivstation des Merheimer Krankenhauses um sein Leben. Die Stiefkinder des 43-Jährigen mussten mitansehen, wie er gegen 20.30 Uhr auf dem Heimweg von einer privaten Karnevalsfeier aneiner Telefonzelle in Ostheim von vier Jugendlichen brutal zusammengeschlagen wurde. Marcel (11), Jennifer (10), Jessica und Vanessa (beide 8) standen in ihren Kostümen daneben, als einer der Täter dem bewusstlosen Waldemar W. die Geldbörse mit 50 Euro entwendete und dann mit seinen Komplizen flüchtete. „Plötzlich lag er auf dem Boden und hat sich nicht mehr bewegt. Dann waren auch schon die ersten Helfer da“, sagt Marcel. Ein Passant hatte die weinenden Mädchen gehört, den leblosen Körper an der Telefonzelle gesehen und hatte dann den Notarzt verständigt.

Inzwischen hat die Polizei vier junge Männer (18 und 19) aus Ostheim vorläufig festgenommen. Sie stehen im Verdacht, an der brutalen Tat beteiligt gewesen zu sein. Die Vernehmung der vier dauerte bis in den späten Abend. Waldemar W. war in dem Viertel bekannt. Seine Eltern Angelika (73) und Bernhard W. (74) wohnen seit Jahrzehnten in der dem Tatort gegenüberliegenden Gernsheimer Straße. Regelmäßig stand ihr Sohn mit den anderen Männern am Büdchen beim Bier. „Der war ein ganz netter Kerl. Er oder seine Familie hatten nie Streit mit jemandem“, sagt ein Bekannter.

Doch vor vier Wochen ereignete sich ein Zwischenfall. „Wir wurden gegen vier Uhr morgens von der Polizei aus dem Bett geklingelt. Mehrere Beamten standen vor unserer Wohnungstür, drohten sie einzutreten, wenn wie nicht öffnen würden“, erinnert sich Angelika W. Ein Anrufer hatte sich bei der Polizei als Bernhard W. ausgegeben und gesagt, er habe soeben seine Frau umgebracht. Als die Beamten den angeblichen Mörder im Schlafanzug vor sich sahen, verließen sie wieder die Wohnung. Ein Zufall? „Ich kann mir das nicht erklären. Nach dem, was jetzt geschehen ist, sieht das von damals natürlich alles etwas anders aus“, sagt Bernhard W. Jetzt warten die Eltern von Waldemar W. gemeinsam mit dessen Lebensgefährtin Alexandra O. (34) und den vier Kindern stündlich auf ein Zeichen aus der Klinik. „Wir sind auf alles gefasst. Mehr können wir im Moment nicht tun“, sagt Bernhard W.



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