ZeitungsanzeigenAbo | Mediadaten
Schriftgröße

Der Künstler mit der Kettensäge

Von NINA VOIGT, 26.02.07, 18:29h

Dünnwald - Meinolf Zavelberg "schnitzt" im Wildpark Tierfiguren aus Baumstämmen. Die Technik stammt aus Übersee. Feinheiten wie Fell und Gefieder arbeitet der Forstwirtschaftsmeister mit speziellen Carving-Sägen heraus.

Bild: Voigt
Bild vergrößern
Meinolf Zavalberg bei der Arbeit.
Bild: Voigt
Bild verkleinern
Meinolf Zavalberg bei der Arbeit.
Dünnwald - Nicht auszudenken, was Lindgrens Michel aus Lönneberga im Tischlerschuppen alles hätte anstellen können, hätte es dort eine Motorsäge gegeben. Nicht nur kleine Holzmännchen hätte der Lümmel während seines Arrestes schnitzen können, sondern lebensgroße Wildsauen, Adler oder kleine Bären. So wie sie im Wildpark Dünnwald in den Gehegen und am Wegesrand stehen oder auch im Wildgehege Brück zu sehen sind. Meinolf Zavelberg heißt der Schöpfer der hölzernen Figuren, er ist Forstwirtschaftsmeister im Rechtsrheinischen und „Carving“-Künstler. So nennt sich die aus Nordamerika stammende und in Deutschland immer bekannter werdende Kunst, mit der Kettensäge Skulpturen aus Baumstämmen zu schnitzen.

Zavelberg, der selbst gerne mit seiner Frau in die USA und nach Kanada reist, hat sich die Technik dort von den Meistern abgeguckt. „Die Motorsäge ist ja das Hauptarbeitsgerät eines Forstwirts“, erklärt der 50-Jährige, „da dachte ich, das probiere ich zu Hause auch mal aus“. Mit einem „Pilz“, dem klassischen Einsteigermodell beim Carving, fing er vor drei Jahren mit dem Kettensägenschnitzen an, heute zaubert er aus Baumstämmen schon Kraniche mit Fisch im Schnabel, putzige Biber, Adler oder zum Valentinstag für seine Frau auch mal ein großes Herz aus dem rosafarbenen Holz des Mammutbaumes. „Es ist einfach schön, aus einem Holzblock oder Baumstamm etwas entstehen zu lassen und ihn dadurch zu veredeln“, findet der Königswinterer.

Zum Schnitzen trifft er sich häufig nach der Arbeit oder am Wochenende mit einem Kollegen auf einem kleinen Platz mitten im Dünnwalder Wildpark. Die Konturen einer Figur werden zunächst grob mit einer gewöhnlichen Kettensäge ausgesägt. Um aber eine Eule mit möglichst originalgetreuem Gefieder oder ein Wildschwein samt Fell und Pürzel aus einem Baumstamm zu schnitzen, braucht es anschließend nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern auch eine spezielle Schneidegarnitur für die Motorsäge.

Die so genannten Carving-Schwerter sind besonders spitz und ermöglichen enge Kurven und feine Fräsarbeiten. Die Feinheiten wie Gesicht, Schnabel oder Fell arbeitet Zavelberg mit diesen Spezialsägen aus. Das ist der schwierigste Teil. Rutscht der Künstler einmal mit der Säge ab, ist schnell die ganze Skulptur ruiniert, die je nach Größe und Arbeitsaufwand bis zu 200 Euro wert ist. „Dann ist es aber zumindest noch als Ofenholz zu gebrauchen“, scherzt Zavelberg.

Für seine tierischen Kunstwerke benutzt er ohnehin nur Abfallholz, das er sich meist extra anliefern lässt, „schließlich können wir uns nicht dauernd hier im Wildpark bedienen“, betont der Forstwirt. Am besten eignen sich für die Kunst Nadelhölzer. Eiche und Robinie sind dagegen nur sehr schwer zu bearbeiten; Kirsche und Buche scheiden aus, weil das Holz zu leicht reißt. Zum Schluss geht der Künstler mit der Gasflamme über seine Skulptur, um feine Splitter zu entfernen und Schattierungen ins Bären- oder Biberfell zu bringen. Anregungen für neue Motive, kürzlich etwa einen Adler, der schräg auf seinem linken Flügel steht oder einen großen Holzfäller, holt sich Zavelberg aus amerikanischen Carving-Fachbüchern oder auch bei den jährlichen Sägenschnitzer-Treffen in Norddeutschland.

Wer Meinolf Zavelberg und seinem Kollegen einmal beim Schnitzen über die Schulter schauen möchte, kann am 3. Juni zum Wildparkfest nach Dünnwald fahren. Dort werden die Künstler ihre Arbeit vorführen.

 www.schnitz-art.de



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Bundesliga Liveticker


Anzeige





Bildergalerien


RHEINLAND WETTER



Special


ksta-blogs.de



Blog zur ksta.tv-Sendung



Aktion


Aktion





Aktuelle Verkehrsinfos


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Meistgelesene Artikel


Stadtmenschen Community


Extra


Die 5 beliebtesten Pausenspiele

Mahjongg Fortuna
Zuma
Zuma »
1507 Spieler
Bookworm
Bookworm »
1263 Spieler
Bubble Shooter
Bubble Shooter »
1034 Spieler
Bejeweled 2
Bejeweled 2 »
956 Spieler

Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Dienste