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Dem gefährlichen Sackflug auf der Spur

Von TOBIAS CHRIST, 28.02.07, 07:13h

Pulheim - Der Pullheimer Schüler Malte Janduda lüftete ein beeindruckendes Geheimnis des Gleitschirmfliegens und gewinnt ganz nebenbei, mit seiner Untersuchung, einen Preis bei „Jugend forscht”.

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„Jugend forscht“-Sieger Malte Janduda liebt die Gleitschirmfliegerei über alles. Wann immer es geht, greift sich der Pulheimer seinen Sturzhelm und den riesigen Rucksack mit dem Flugtuch. BILD: CHRIST
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„Jugend forscht“-Sieger Malte Janduda liebt die Gleitschirmfliegerei über alles. Wann immer es geht, greift sich der Pulheimer seinen Sturzhelm und den riesigen Rucksack mit dem Flugtuch. BILD: CHRIST
Pulheim - Draußen regnet es in Strömen. Wenn Malte Janduda jetzt mit seinem Gleitschirm durch die Lüfte schweben würde, wäre höchste Vorsicht geboten. Glücklicherweise wüsste der junge Mann genau, wie er dem heimtückischen Sackflug ein Schnippchen schlagen könnte. „Numerische Analyse nässebedingter Sackfluganfälligkeit eines Gleitschirms“, heißt der Titel der Arbeit, mit der der 18-Jährige mit der blonden Stachelhaar-Frisur und der randlosen Brille jetzt einen ersten Preis beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in Köln gewonnen hat. Was ziemlich abgehoben klingt, hat eine tragische Vorgeschichte. Janduda wollte wissen, warum 2006 der Gleitschirmflug einer Frau unsacht endete, nachdem sie in einen Regenschauer gekommen war. Obwohl der Schirm geöffnet war, hatte er dramatisch an Auftrieb verloren. Die Gleitschirmfliegerin musste mit einer schweren Lendenwirbel-Trümmerfraktur ins Krankenhaus gebracht werden.

„Ich habe untersucht, was passiert, wenn ein Gleitschirm in den Regen kommt und was man dann tun sollte“, erklärt Janduda, der seit seinem 14. Lebensjahr selbst begeisterter Gleitschirmflieger ist. Er wurde zwar noch nie vom gefährlichen Sackflug heimgesucht. Doch weil Physik Jandudas zweites Steckenpferd ist, wollte er dem mysteriösen Phänomen unbedingt auf den Grund gehen. Der junge Forscher besorgte sich von mehreren Universitäten Fachliteratur sowie eine spezielle Software, um in einem bestimmten Zeitraum die Aerodynamik eines Gleitschirms in trockenem und in nassem Zustand simulieren zu können.

Der Heimcomputer des Oberstufenschülers war dieser Aufgabe allerdings nicht gewachsen. „Ich musste in der Schule 16 Computer miteinander verbinden“, berichtet Janduda. Der achtstündige Rechenvorgang ergab, dass Regentropfen den Luftwiderstand um bis zu 20 Prozent vergrößern können. Das wiederum kann zu erhöhter Wirbelbildung führen. Und wenn über dem Schirm Luftwirbel entstehen, verringert sich der bremsende Auftrieb - anstatt sanft zu gleiten, sackt der Pilot senkrecht zu Boden. Zieht er dann noch an der hinteren Leine, um zu bremsen oder die Richtung zu ändern, können sich die Wirbel zusätzlich verstärken. Im schlimmsten Fall geht der schützende Auftrieb völlig verloren. Janduda vermutet, dass dies der verunglückten Frau zum Verhängnis wurde. Anstatt zu bremsen, hätte sie besser mit dem so genannten Beschleuniger den Flügel nach vorne neigen sollen. „Dadurch gibt es neuen Auftrieb“, weiß Janduda.

Der „Jugend forscht“-Preis gibt auch ihm ungeheuren Auftrieb. „Das ist natürlich toll“, freut sich der fleißige „Kopfarbeiter“, wie er von seiner Mutter genannt wird. Den Objekten der Lüfte wird Janduda auch in Zukunft treu bleiben: Ab Oktober will er Luft- und Raumfahrttechnik studieren. Zunächst darf er im März seine Arbeit bei der „Jugend forscht“-Landesausscheidung in Leverkusen vorstellen. Für Janduda dürften die kommenden Wochen auf jeden Fall stressig werden. Nebenbei macht er nämlich noch Abitur - nach nur zwölf Jahren übrigens. Janduda besucht am Geschwister-Scholl-Gymnasium die so genannte Fachprofilklasse. Dort büffeln ausschließlich Überflieger wie er.



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