Schriftgröße

Reden ist Silber

Von TOBIAS KAUFMANN, 06.03.07, 19:17h, aktualisiert 06.03.07, 21:32h

Manchmal hilft's, das Hirn einzuschalten, bevor man redet. Das gilt auch für Bischöfe. Niemand spricht Deutschen das Recht ab, Israel zu kritisieren. Wenn es Bischöfe wie Gregor Maria Hanke schmerzt, vor Sperranlagen zu stehen, spricht nichts dagegen, diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Manchmal hilft's, das Hirn einzuschalten, bevor man redet. Das gilt auch für Bischöfe. Niemand spricht Deutschen das Recht ab, Israel zu kritisieren. Wenn es Bischöfe wie Gregor Maria Hanke schmerzt, vor Sperranlagen zu stehen, spricht nichts dagegen, diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Warum aber mit einem historisch falschen, moralisch obszönen und politisch dummen NS-Vergleich? Im Warschauer Getto wäre es einer Bischofs-Reisegruppe nie möglich gewesen, Journalisten ihre Eindrücke zu schildern. Schon daran hätte Hanke merken müssen, wie blind sein Vergleich ist. Dass er ihn ausgerechnet nach einem Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vashem wählte, zeigt, wie tief auch in klugen deutschen Köpfen die Tendenz verankert ist, deutsche Schuld durch solche Vergleiche zu relativieren.

Dass Israels Botschafter und der Zentralrat der Juden darauf empfindlich reagieren, ist logisch. Schweigen wäre aber auch auf ihrer Seite manchmal schlauer. Erst der Reflex, Hankes Worte zu geißeln, gibt ihnen ein Gewicht, das sie nicht verdienen.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Anzeige


Hintergrund


Der satirische Wochenrückblick


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Bildergalerien


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Die andere Meinung


Dienste