Von GÜNTER MÜLLER, 16.03.07, 16:49h, aktualisiert 20.03.07, 17:58h
„So war das auch bei uns“, erinnern sich Jens Thull (31) und Sebastian Schäfers (27) an die Anfänge. Da habe man sich in Opladen mit mehreren Kumpels in einer Kneipe getroffen und geschockt. Vor rund drei Jahren sei die spontane Idee entstanden, einen eigenen Klub zu gründen. Seitdem gibt es „Schock 5“. Zum Team gehören noch Arne Thull (36), der Bruder von Jens, Kai Kreckel (28) und Elmar Weiß (32). „Nicht zu vergessen Björn Nitschke. Der spielt zwar nicht mit, ist aber in seiner Funktion als Schriftführer enorm wichtig“, erklärt Jens Thull. Schließlich gebe es bei den Würfelrunden jede Menge zu notieren.
Interne Meisterschaft
„Wir kommen mittlerweile regelmäßig einmal im Monat an einem Samstag zusammen, um unsere interne Meisterschaft auszuspielen“, berichtet Sebastian Schäfers. „Immer ist einer von uns ist Gastgeber und zeichnet für Speis und Trank verantwortlich. Am Ende der Saison, die zwölf Monate dauert, erhält der Sieger den Wanderpokal. Den hat letztes Jahr Arne gewonnen. Er liegt auch aktuell auf Platz eins.“ Während das Thema Getränke in Form eines Zehn-Liter-Fasses Kölsch schnell abgehakt ist, wird beim Essen mitunter experimentiert. Da würden auch dann mal Gerichte aus Fernsehsendungen nachgekocht. Sehr beliebt seien Aufläufe jeder Art, weil man die nach der Vorbereitungsphase gleich in den Ofen schieben und dann schon mit dem Spielen beginnen könne. „Und bisher ist alles genießbar gewesen“, meint Sebastian Schäfers. Sein Schmunzeln ist dabei nicht zu übersehen. Na ja, manchmal habe auch die holde Weiblichkeit ein wenig die Finger im Spiel gehabt, oder besser gesagt in der Küche.
Am heutigen Samstag bleibt die Küche bei „Schock 5“ auf jeden Fall kalt. „Gleich nach dem Frühstück treffen wir uns an der Herzogstraße und machen uns gemeinsam auf den Weg Richtung Königswinter“, erzählt Jens Thull. „Außer uns fahren noch 13 andere Spieler aus Leverkusen mit zur Deutschen Meisterschaft.“ Daher habe er extra einen Bus organisiert. Bereits zum dritten Mal werden die Schock-Titelkämpfe von den Alten Herren des TuS 05 Oberpleis ausgerichtet. „Wir sind zum zweiten Mal dabei“, freut sich Sebastian Schäfers auf diese Art von Volksfest mit professionellem Charakter. Denn, was die dort auf die Beine stellten, von der Verköstigung bis hin zur Riesenleinwand, sei sensationell.
Vor etwa 18 Monaten habe Arne Thull bei seinen Recherchen im Internet zufällig entdeckt, dass es eine solche Meisterschaft gebe. Daraufhin habe man sich spontan angemeldet und schließlich auch teilgenommen. „Das war beeindruckend. Rund 600 Menschen waren in der Halle und mussten an Vierertischen gegeneinander spielen. Immer zwei Spieler kamen eine Runde weiter. Ich saß unter anderem mit einer etwa 70-jährigen Dame am Tisch und vermutete leichtes Spiel. Doch es kam anders als erwartet. Die ältere Dame hat toll gespielt und ist schließlich sehr weit gekommen“, erinnert sich Jens Thull. Für ihn reichte es zu einer Platzierung unter ferner liefen. Bester Spieler von „Schock 5“ war Sebastian Schäfers. Er belegte Rang 27 in der Einzelwertung, als Team landeten die Leverkusener auf dem beachtlichen zwölften Platz. Dabei habe natürlich auch das Glück eine Rolle gespielt. „60 Prozent sind Glück, 40 Prozent Taktik“, meinen Thull und Schäfers übereinstimmend.
Auf jeden Fall werden die Mitglieder von „Schock“ am heutigen Samstag ihre schwarzen Vereins-Shirts mit dem aufgedruckten Vereinsnamen und Sponsoren-Logo anziehen und jeder seinen eigenen Becher mitnehmen. Die Würfel werden vom Veranstalter gestellt, um möglichen Manipulationen vorzubeugen.
Deutsche Nationalhymne
„Wenn sich dann der Saal so langsam füllt, die Deutsche Nationalhymne erklungen und die Auslosung vorgenommen ist, dann nimmt die Anspannung erheblich zu. Und sie steigt immer mehr, je weiter man kommt. Da gibt es auch einen Satz feuchte Hände“, sagt Sebastian Schäfers. Schließlich stünden dann immer mehr Spieler um den Tisch herum und außerdem würden die Runden auf der großen Leinwand gezeigt. Die ersten Sechs erhalten bei der Deutschen Meisterschaft einen Pokal, die ersten Drei dürfen sich sogar auf Geldprämien bis zu 400 Euro freuen.
„Für uns steht aber bei allem Ehrgeiz der olympische Gedanke im Vordergrund. Hauptsache, wir haben Spaß. Wenn dann noch ein gutes Ergebnis herausspringt, umso besser“, meint Jens Thull, dessen großer Traum die Ausrichtung der Leverkusener Stadtmeisterschaften im Schocken in der Opladener Halle ist. „Das wäre grandios.“
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