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Essen wie bei Oma

Von NINA SCHMEDDING, 21.03.07, 11:25h, aktualisiert 21.03.07, 11:26h

„Bei Oma Kleinmann“ ist seit über 50 Jahren Kultkneipe an der Zülpicher Straße. In seinem Buch zeichnet „Kölner Stadt-Anzeiger“-Redakteur Helmut Frangenberg die Geschichte der 92-jährigen Paula Kleinmann und ihrer Kneipe liebevoll nach.

Bild: Kiwi Köln
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Vergangene Zeiten: "Oma Kleinmann" wartet auf Bestellungen.
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Vergangene Zeiten: "Oma Kleinmann" wartet auf Bestellungen.
Wer die Kneipe „Bei Oma Kleinmann“ zum ersten Mal aufsucht, wundert sich wahrscheinlich. Das Schnitzel, das der Gast auf den Pommes serviert bekommt, ist so riesig, dass es rechts und links über den Tellerrand lappt. An den Portionen wird hier nicht gespart, so viel steht auf den ersten Blick fest. „Bei Oma Kleinmann“ ist seit über 50 Jahren Kultkneipe im „Kwartier Latäng“ an der Zülpicher Straße. Jetzt hat „Kölner Stadt-Anzeiger“-Redakteur Helmut Frangenberg ein Buch geschrieben, das die Geschichte der 92-jährigen Paula Kleinmann und ihrer Kneipe liebevoll nachzeichnet.

Auch wenn sie selbst nicht mehr in der Küche steht: Das leibliche Wohl ihrer Gäste ist der Köchin immer noch zentrales Anliegen. Und damit es auch zu Hause richtig lecker schmeckt, hat der Autor auch die Tipps protokolliert, die die kölsche Westfälin für Freunde der deftigen Küche parat hat. Für ein „Hämmche mit Sauerkraut“ ist es beispielsweise entscheidend, das richtige Fleisch zu haben. „Es gibt ja alte und junge Säue“, weiß Paula Kleinmann. „Das musst du genau mit dem Metzger absprechen.“ Neben der Lebensgeschichte Kleinmanns und Küchentipps hat das Buch vor allem Lebensweisheiten zu bieten. Oma Kleinmann hat sich mit der Zeit ein ganzes Repertoire von Sprüchen zugelegt: „Ist der Gast traurig, musst du mitweinen. Ist er fröhlich, musst du mitlachen. Und dann musst du mit ihm trinken.“ Ihre Trostworte servierte sie zusammen mit ihren deftigen Gerichten lange Zeit auch Kölner Prominenten wie Alfred Biolek und Alice Schwarzer.

Kochen gelernt hat Paula Kleinmann „bei den Nonnen“ in Westfalen, wie Frangenberg sie in seinem Buch zitiert. Er lässt sie in jedem Kapitel selbst zu Wort kommen, hat zu jedem Lebensabschnitt ein Protokoll gesetzt, in dem Oma Kleinmann aus dem Nähkästchen plaudert - über Essen, das Leben, die Liebe, den Krieg und den Tod. Am Ende des Buches lässt sie sich schließlich in den Kochtopf gucken. In ihrer Rezeptsammlung steht, worauf es bei kölschen Spezialitäten wie „Himmel un Äd“, Grünkohl und Sauerbraten wirklich ankommt. Sie selbst hat natürlich „immer aus dem Kopf“ gekocht.



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