Erstellt 20.03.07, 19:12h, aktualisiert 21.03.07, 08:40h
ksta-tv: Das Interview mit Mina Ahadi
Der Ort für das Interview bleibt lange geheim. Aufrufe zum Mord waren im Internet zu lesen. Im Visier der Drohungen: Mina Ahadi, Vorsitzende des „Zentralrats der Ex-Muslime“. Dennoch zeigt sich die 50-Jährige unbeugsam: „Der Islam ist grundsätzlich menschen- und frauenfeindlich“, sagt sie im Gespräch mit ksta.tv. Anders als die Bundesregierung hält Ahadi nichts vom „kritischen Dialog“ mit islamischen Verbänden wie dem „Zentralrat der Muslime“ oder dem „Islamrat“. Es gehe auch nicht nur um Religion. „Wir haben die Politik satt, die sich gegen Frauen wendet.“
Seit 30 Jahren versucht die Iranerin, die mal als „Menschenrechtlerin“ (Spiegel), mal als kommunistische Aktivistin (Focus) firmiert, die Öffentlichkeit für die Opfer des politischen Islam zu interessieren. Im Februar trat der Verein aus Köln erstmals auf, „um gegen Steinigung, Ehrenmorde und das Kopftuch zu kämpfen“. Provokativ, gewiss - „mit vernünftiger Argumentation hatten wir ja keinen Erfolg“.
Vor mehr als zehn Jahren floh Ahadi aus dem Iran nach Deutschland, um dort feststellen zu müssen, „dass selbst in einer Demokratie die Frauen vom Islam unterdrückt werden“. Sie fordert das Recht auf negative Religionsfreiheit: „Wer dem Islam abschwört, riskiert die Todesstrafe. Wir dürfen aber nur einmal leben.“
Die Regierung dürfe nicht der Täuschung erliegen, der Bau von Moscheen wie in Köln fördere die Integration. „Der Islam ist eine politische Bewegung.“ Und in der Moschee werde politische Arbeit geleistet, die in Terror münde. Sie rede nicht von Bomben; schon das Kopftuch sei Terror gegen Frauen. „Ist es okay, Frauen zu schlagen, nur weil sie ohne Kopftuch auf die Straße gehen?“
Den Einwand, das seien Pauschalurteile, wehrt sie ab. „Man muss eine radikale Meinung haben.“ Die eigentlichen Vereinfacher seien die islamischen Verbände in Deutschland. Die behaupteten, 3,5 Millionen Menschen zu vertreten, nur weil sie zufällig aus muslimisch geprägten Ländern stammen. Diesen Anspruch bestreitet Ahadi. Mit wachsendem Erfolg. 400 Gleichgesinnte haben sich ihrem Anti-Zentralrat bereits angeschlossen.
ksta-tv: Das Interview mit Mina Ahadi
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