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Erzbistum attackiert Bollywood-Dreh

Erstellt 14.03.07, 08:50h, aktualisiert 14.03.07, 11:55h

Dreharbeiten an einem Ort, wo Menschen beten? Einem Geistlichen sträuben sich da die Nackenhaare. Das Erzbistum Köln kritisiert heftig die Produktion für einen Bollywood-Film in der Kölner Agneskirche. Am Mittwoch geht das Spektakel los.

Bild: Heinekamp
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Die Agneskirche in Köln wird zur Filmkulisse.
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Die Agneskirche in Köln wird zur Filmkulisse.
Köln - Das Erzbistum Köln hat Dreharbeiten für einen Bollywood-Film in der Kölner Agneskirche kritisiert. In Zukunft würden "geeignete Maßnahmen" ergriffen, "damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt", sagte ein Sprecher am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Erzdiözese hätte die Filmaufnahmen untersagt, wenn sie davon nicht erst aus der Presse erfahren hätte, betonte er.

"Stattdessen wurden Tatsachen geschaffen, aus denen die Gemeinde nicht mehr herauskommt, ohne dabei ein unkalkulierbares materielles Risiko einzugehen", erklärte der Sprecher. Deshalb bestehe keine Möglichkeit mehr, den Dreh noch abzusagen. Die Kirchengemeinde hatte mit der Produktionsfirma in einem Vertrag vereinbart, dass während des Drehs "alles unterbleibt, was der Würde eines Gotteshauses widerspricht". Dennoch hätte das Erzbistum das Vorhaben untersagt, unterstrich der Sprecher. Die Dreharbeiten hatten am selben Tag in der Agneskirche begonnen.

Das neugotische Gotteshaus dient in dem indischen Film als Schauplatz eines Rockkonzerts, wie Andreas Etzrodt von der gleichnamigen Produktionsfirma mitteilte. Rund 600 deutsche Statisten sollen dort am Mittwoch das Konzertpublikum mimen. Sie unterstützen eine Crew aus 100 meist indischen Mitarbeitern. "Wir wollten nicht irgendeinen Saal, sondern bewusst die Anmutung einer Kirche", so Etzrodt. "Die Location soll zeigen, dass sich die Hauptfigur in Europa und nicht in Indien befindet." Der Pfarrer der Gemeinde hatte den Dreharbeiten zugestimmt.

Musik, Liebe und Action

Die Rolle der Hauptfigur hat der indische Star Himesh Reshammiya übernommen. Der Spielfilm biete viel Musik, Liebe und Action, sagte der Produzent. Er werde zu gut 80 Prozent in Deutschland gedreht und sei die erste große Bollywood-Produktion überhaupt in der Bundesrepublik. Der Streifen soll im Sommer fertig sein und in Kino und Fernsehen gezeigt werden. Weitere Drehorte waren bisher Rüdesheim, Stuttgart und Baden-Baden. (kna)



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