Keiner meint es wirklich böse mit Zack. Und weil der Junge auch sonst ganz nett ist, wird er auf Parties mitgeschleppt und darf sogar seinen ersten Sex feiern. Alle scheinen vergessen zu haben, dass Zack doch eigentlich entführt wurde, damit sein älterer Bruder endlich Drogenschulden begleicht. Und weil das gesetzte Ultimatum abläuft, wird es plötzlich eng für alle. Womit zuletzt auch eine tragische Note in diese Nacherzählung eines realen Teenage-Drogendramas kommt. Nun ist Nick Cassavetes aber kein Mann des schicken, coolen Mainstreams. Bei ihm soll es schon Substanz und Tiefe sein, was aber auch diesmal vor allem zur Folge hat, dass es in die Breite geht. Independent-Kino mit Starbesetzung steht auf dem Programm und prominente Namen gibt es in der Tat. Alt-Cineasten dürfen sich auf ein Wiedersehen mit Harry Dean Stanton als verschlagener Gangster-Opa freuen, während Bruce Willis den White-Trash-Paten gibt und Sharon Stone hitzige Mutterinstinkte auftischt. Da es aber wesentlich um jugendliche Straftäter geht, steht Justin Timberlake im Zentrum, der als windiger Opportunist mit profunden Ko-Akteuren wie dem psychotischen Ben Foster ganz gut mithalten kann. Leider nutzt das alles nichts, wenn Buch und Regie ihre Alpha-Männchen an viel zu kurzer Spannungsleine führen. (ues)