Von WILHELM KLEENE, 06.04.07, 20:45h
Weilerswist - Auf der Fahrt nach Bad Berleburg kam Bernhard Mandt der Gedanke: „Ich brauche eine Fee.“ Die nämlich könnte dem Manager des Tischtennis-Zweitligisten TTC Vernich einen großen Wunsch erfüllen - einen großzügigen Sponsor. Dann sähe die Welt in dem kleinen Weilerswister Ortsteil gleich ganz anders aus. Mit genügend Geld könnte man die 4500 Euro, die die Gemeinde für die Hallennutzung nachfordert, locker begleichen. Dann hätte der Verein seinen Spielertrainer und Publikumsliebling Teodor Jordanov halten können, und dann würde man auch weiterhin in der 2. Bundesliga spielen - wenn man denn am Ostermontag (14 Uhr, Erft-Swist-Halle) mit einem Sieg über Tennis Borussia Berlin die Weichen zum Klassenerhalt stellen sollte.
Doch bisher ist weder eine Fee noch ein neuer Sponsor in Sicht. Und so macht sich Bernhard Mandt weiter Gedanken über die Zukunft. Diese ist für ihn persönlich schon geregelt: „Ich brauche die Ein-Mann-Schau nicht“, sagt der Teammanager. Deshalb wird er in die zweite Reihe zurücktreten und nur noch den zweiten Vorsitzenden geben. „Die Spieler holen, sie zu den Auswärtsspielen fahren, wieder zum Flughafen bringen und alles andere regeln, das kann ich nicht mehr allein. Ich bin nervlich fertig“, erklärt er. Und wie es nach ihm weitergeht, ist fraglich. Auf jeden Fall wechselt Teodor Jordanov, der sich seit den German Open enorm entwickelt hat, zum Liga-Konkurrenten DJK Germania Holthausen. Der Verein nimmt in Recklinghausen eine neue Halle in Betrieb und der Bulgare erhält die Möglichkeit, schon früh am Tag mit Kindern zu trainieren. Und davon lebt der Nationalspieler, der am 17. Juni heiratet.
Am Montag hat Jordanov übrigens Geburtstag. Da soll gefeiert werden. „Möglichst nicht nur Jordanov, sondern auch ein Sieg“, wünscht sich Bernhard Mandt, der wieder auf das Publikum setzt, um das er von der Konkurrenz beneidet wird. „Alle sagen, dass wir bei Service und Zuschauern die Nummer eins der Liga sind,“ erklärt der Funktionär, der hofft, dass durch den Sieg über Bergneustadt seine Spieler den Kopf frei bekommen haben. Denn Tischtennis sei Nervensport, reine Kopfsache. „Und beim Showdown gegen Berlin entscheidet das bessere Selbstvertrauen“, weiß Mandt - und hofft, dass das seine Mannschaft besitzt. Die kann in Bestbesetzung spielen. Ob an Position sechs Ten Hoeve oder Berger spielen wird, entscheiden die letzten Trainingseindrücke.
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