Von TIMM GATTER, 11.02.09, 17:31h
Hupen und Schimpfen
Die "Mobilen" müssen, um ihre wechselnden Einsatzorten zu erreichen, mehrfach das gesamte Profi-Feld abfahren. Um die Zuschauer, aber auch die Radsportler und sich selbst nicht zu gefährden, geht das mit viel Gehupe und gelegentlichem Schimpfen ab. "Alles reine Nervensache", sagt dazu der Sprecher des "Opladener Motorrad Clubs", Winfried Gierens (57), zugleich seit Jahren ein "Mobiler". Erstmals in diesem Jahr engagiert sich der OMC mit einer eigenen Mannschaft aus fünf Leverkusener und Burscheider Fahrern im Profi-Rennen "Rund um Köln". Gierens: "Das ist eine große Ehre für uns." Die Ehre hat sich der OMC in Verbindung mit dem Radsport-Impresario, Arthur Tabat, hart erarbeitet. Vor fünf Jahren entwickelte sich bei einem zufälligen Treffen mit Tabats "Verein Cölner Straßenfahrer 08" die Idee, sich an der Streckensicherung in der Challenger-Klasse "Rund um Köln" und "Giro d'Italia" (Etappe Köln-Lüttich) zu beteiligen. Ein Jahr später folgte der Radsportklassiker "Köln-Schuld-Frechen". Nach regelmäßigen Schulungen stiegen die ersten OMCler 2004 in die Streckensicherung der Profi-Klassen auf. Dazu zählen mittlerweile auch die internationalen Straßenrennen "Rund um den Henninger Turm" und "Münsterland Giro". Der OMC-Vorsitzende Bernd Klemmer (53): "Mit Dieter Aulbach, Winfried Gierens, Wolfgang Kahl, Uwe Kahl und Ralf Nicolaus ist unser Club in den Profi-Klassen bestens vertreten." Das Quintett zählt mit zu dem Pool von insgesamt rund 40 Fahrern, die unter der Leitung von Walter Herger aus Engelskirchen die "Mot-Staffel Köln" bilden. Über 30 von ihnen sind - ausgerüstet mit Warnweste und Signalfahne - am Ostermontag dabei. Die "Mobilen" haben mehrere Aufgaben: Sie müssen nicht nur die Radsportler auf den richtigen Weg bringen, sondern vor allem "Sichern und Warnen" an und vor diversen Gefahrenstellen wie etwa Verkehrsinseln, Kreuzungen oder Seitenstraßen. Ebenso darf die Erste Hilfe nicht fehlen. Ist die vorherige Sicherung der Strecke laut Gierens "noch ziemlich einfach", gibt es aber später auch mulmige Momente: "Stressig wird's, wenn das dicht gestaffelte und schnell fahrende Feld auf einen von uns zukommt, der gerade vor einer Verkehrsinsel steht und mit der gelben Warnflagge wedelt."
Die Radler der ersten Reihen würden auf Hindernis und Streckensicherer noch reagieren: "Die Nachfolgenden müssen von uns mit energischen Zurufen auf den rechten Weg gebracht werden." Manch Streckensicherer, der sich schon überrollt sah, erlebte dann erleichtert, wie das Feld nur wenige Zentimeter vor ihm rechts und links an ihm vorbeirauscht: "Alles Nervensache", sagt Gierens.
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