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Ich verhandele nicht mit Mördern

Erstellt 09.04.07, 20:51h

SPD-Chef Kurt Beck hat vorgeschlagen, "gemäßigte Taliban" in eine Neuauflage einer Afghanistan-Konferenz einzubeziehen. Der afghanische Minister Amin Farhang erklärt persönlich, warum er das strikt ablehnt.

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Amin Farhang
SPD-Chef Kurt Beck hat vorgeschlagen, „gemäßigte Taliban“ in die etwaige Neuauflage einer „Afghanistan-Konferenz“ einzubeziehen. In einer persönlichen Stellungnahme erklärt der afghanische Minister Amin Farhang, warum er das strikt ablehnt.

Präsident Hamid Karsai hat die Taliban immer wieder aufgerufen, am politischen Leben Afghanistans teilzunehmen. Viele haben davon Gebrauch gemacht. Einige sitzen im Parlament oder sogar auf Regierungsposten. Vor zwei Jahren wurde eine Sonderkommission unter der Leitung des Senatspräsidenten Sibghatullah Mudschaddedi gebildet, welche die Taliban auffordert, im Rahmen der Aussöhnungspolitik der Regierung die Waffen niederzulegen und ein normales Leben zu beginnen. Der Prozess läuft erfolgreich und vielversprechend. Hunderte Taliban-Kämpfer haben dem Ansinnen entsprochen. Auf diesem Weg wollen wir weitergehen.

Der harte Kern der Taliban aber, der unter direkter Regie der El Kaida operiert, wird seine Ideologie zur Errichtung eines extremistischen Staats in Afghanistan und anderen Ländern der Region niemals aufgeben. Diese Leute wollen den 2001 auf dem Petersberg bei Bonn sehr mühsam ausgearbeiteten Friedensplan mit allen seinen Errungenschaften beseitigen. Sie werden niemals an einer ähnlichen Konferenz teilnehmen.

Über Herrn Becks sonderbaren Vorschlag gibt es weder in Deutschland noch innerhalb der Nato Einigkeit. Sogar in der SPD bestehen erhebliche Meinungsverschiedenheiten: Herr Beck schlägt Verhandlungen vor; Hans-Ulrich Klose spricht dagegen von einer Beteiligung deutscher Soldaten an Kampfhandlungen im Südwesten Afghanistans, welche die Bundeskanzlerin abgelehnt hat.

Die Beteiligung von Mördern am politischen Leben Afghanistans wäre nicht nur eine Aufwertung der Taliban, sondern darüberhinaus der erste Schritt dazu, das ganze, trotz vorhandener Mängel etablierte neue System in Afghanistan völlig zu zerstören und das Land wieder dem internationalen Terrorismus als potenzielles Terrain zu überlassen. Nicht zuletzt wäre die Umsetzung von Herrn Becks Idee ein schwerer Schlag für die Nato und die internationale Koalition gegen den Terrorismus.

Ich habe 25 Jahre gegen die Kommunisten, gegen die Kriegsherrn und gegen die Taliban gekämpft - und für ein demokratisches System in Afghanistan. Ich habe viele Jahre der Haft und Folter erlitten. Nach all diesen Erfahrungen ist Herr Becks Vorschlag mit meiner politischen Überzeugung unvereinbar.



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