Schriftgröße

Eine Art Expedition ins Tierreich

Von OLIVER GÖRTZ, 10.04.07, 16:51h, aktualisiert 10.04.07, 20:35h

Gretchen & Punkyfish und Die Arme Katze spielten die kontrollierte Offensive in Sachen Rock und Punk. Alltagsphilosophien mit einem Schuss Sozialkritik im Kulturbunker.

Bild: Worring
Bild vergrößern
Sängerin Mel o´Dee spielt mit ihrer Band Gretchen und Punkyfish.
Bild: Worring
Bild verkleinern
Sängerin Mel o´Dee spielt mit ihrer Band Gretchen und Punkyfish.
Bauchfreies Geparden-Mieder und eine Camouflage-Hose, die so gerade von den Hüftknochen gehalten wird - Sängerin Mel O' Dee musste die Zuschauer im Kulturbunker Mülheim nicht lange bitten, doch etwas näher an die Bühnenkante zu kommen. Die Frontfrau spielte mit ihrer Band Gretchen & Punkyfish eine Klangprobe live des „Kölner Stadt-Anzeiger“, die dieses Mal ein Art Expedition ins Tierreich war. Denn im Vorprogramm der Fische trat die Combo Die Arme Katze auf.

Gemessen am eher wilden Outfit der 23-Jährigen, schmetterte sie mit unerwartet glockenklarer Stimme die Punkyfish-Botschaften in die Konzerthalle: kleine und große Alltagsphilosophien, garniert mit einem Schuss Sozialkritik. Auch wenn der Lichttechniker der Band die fünf Kölner manchmal minutenlang im Dunkeln stehen ließ, brachte dies die Künstler nicht aus dem Konzept. Sie spielten ihren kraftvollen Stiefel schnurgerade und kontrolliert herunter. Aus der teilweisen Finsternis bekamen die Zuhörer eine ordentliche Vorstellung davon, wie breit das Musik-Spektrum „Hart“ sein kann. Nach erdigen Rock-Songs kamen Headbang-Nummern, denen tanz- und hüpfbare Alternative-Stücke folgten. Auch eine entspannte Kuschel-Ballade fehlte nicht. Wenn jedenfalls knutschende Twens vor der Bühne stehen, muss man als Band irgendetwas richtig gemacht haben. Zudem zeigten Gretchen & Punkyfish, dass Jazzer nicht das alleinige Anrecht darauf haben, Gitarre und E-Bass oberhalb des Gürtels zu tragen, statt die Instrumente, wie im Rock oft obligat, in Kniehöhe baumeln zu lassen.

Vor dem Punkyfish spielte die Arme Katze. So heißt der Punkrock-Vierer, der den Opener des Abends machte. Zumindest durch ihre

T-Shirts sorgten die Bonner für eine bemerkenswerte Bühnen-Konstellation: Da standen die Mini-Rocker Tokio Hotel neben den Leder-Schlüpfer-Metaller Manowar. Irgendwo dazwischen bewegten sich auch die „Katzen“-Musiker, die in den Texten ihres kauzigen Minimal-Punks mal die USA schmähten, mal der Ex-Erotik-Darstellerin Gina Wild schmeichelten. Warum ist eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen, dass sich „Pornoheft“ auf „Zeitschriftengeschäft“ reimt?



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige


Umfrage

Mehr autofreie Zonen für Köln?
Der Platz vor der Eigelsteintorburg ist schon autofrei, nun soll der Chlodwigplatz folgen. Auch für den Neumarkt schlägt der Masterplan vor, eine Seite für den Verkehr zu sperren. Ist das sinnvoll?


Special


Anzeige




Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste